ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2016Pharmaindustrie: Rekordzahlen bei Merck

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Pharmaindustrie: Rekordzahlen bei Merck

dpa

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Darmstadt – Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck setzt auf neue Krebsmedikamente. Im kommenden Jahr sollen zusätzliche Forschungsgelder in Höhe von 300 Millionen Euro in die Krebsimmuntherapie fließen, sagte der scheidende Vorstandschef Karl-Ludwig Kley Anfang März. Bei dieser Therapie soll das körpereigene Immunsystem dazu angeregt werden, Tumore zu bekämpfen.

Vor dem Wechsel an der Spitze legte das Unternehmen Rekordzahlen vor. Der Umsatz stieg 2015 um 13 Prozent auf 12,8 Milliarden Euro. Gründe seien unter anderem Zukäufe etwa im Laborgeschäft und günstige Währungseffekte gewesen. In diesem Jahr sollen Umsatz und operativer Gewinn im niedrigen zweistelligen Prozentbereich steigen. Getragen wird das Wachstum aber zunächst durch den milliardenschweren Zukauf des US-Laborausrüsters Sigma-Aldrich im vergangenen November.

„2015 war für uns ein gutes Jahr“, sagte Kley. „Wir haben unsere Finanzziele durchgehend erreicht beziehungsweise übertroffen.“ Kley ist seit 2007 Merck-Chef, er übergibt Ende April an seinen Nachfolger.

Das um Sonderposten bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) lag bei 3,6 Milliarden Euro – das war ein Anstieg um 7,1 Prozent. Der Umsatz und dieses Ebitda seien in der fast 350-jährigen Firmengeschichte noch nie so hoch gewesen. Das Konzernergebnis ging indes um 3,7 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro zurück. Das lag an Kosten für den Zukauf von Sigma-Aldrich. Die Dividende soll um fünf Prozent auf 1,05 Euro steigen.

Zwischen 2006 und 2015 habe sich der Umsatz verdoppelt, sagte Kley. Für den langjährigen Merck-Chef war es die letzte Bilanzvorlage. Bei der Hauptversammlung am 29. April soll sein Vize Stefan Oschmann neuer Vorsitzender der Geschäftsleitung und CEO der Merck KGaA werden.

Nach der im November 2015 vollzogenen Übernahme von Sigma-Aldrich für 13,1 Milliarden Euro ist arbeiten bei Merck weltweit fast 50 000 Mitarbeiter, etwa 10 000 mehr als davor. Erst 2014 hatte Merck die britische Spezialchemiefirma AZ Electronic für umgerechnet 1,9 Milliarden Euro übernommen. dpa

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