ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2016Trainings-Apps: Großes Interesse an elektronischer Assistenz

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Trainings-Apps: Großes Interesse an elektronischer Assistenz

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Trainings-Apps, Fitness-Tracker und andere mobile Gesundheitsdienste werden immer beliebter. Das hat die Digital-Health-Studie des Gesundheitswissenschaftlichen Instituts Nordost (GeWINO) der AOK Nordost ergeben. Danach zeigte mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Befragten Interesse an einer elektronischen Trainingsunterstützung durch Apps und Fitnessarmbänder (Wearables). Ziel der Studie war es, die Akzeptanz digitaler Assistenzsysteme zur Trainingsunterstützung in verschiedenen Altersgruppen und Lebenssituationen zu ermitteln.

Auch Sportmuffel lassen sich durch elektronische Helfer wie Apps oder Wearables dazu motivieren, sich mehr zu bewegen. Foto: Fotolia/Syda Productions
Auch Sportmuffel lassen sich durch elektronische Helfer wie Apps oder Wearables dazu motivieren, sich mehr zu bewegen. Foto: Fotolia/Syda Productions

Die zunehmende Technikaffinität der potenziellen Nutzer kann ein wichtiges Element in der Gesundheitsförderung sein – nicht nur bei jungen Menschen. In den Altersgruppen über 60 Jahre interessieren sich sogar mehr als 60 Prozent der Befragten für elektronische Trainingsunterstützung. „Digital Health liegt in allen Altersgruppen und etwa auch bei übergewichtigen Menschen im Trend“, erklärte GeWINO-Geschäftsführer Dr. Thomas Zahn. So sind 83 Prozent der befragten Übergewichtigen motiviert, mehr Sport zu treiben, und 59 Prozent von ihnen haben Interesse an elektronischer Trainingsunterstützung.

Der Umfrage zufolge können sich zudem 58 Prozent der Befragten vorstellen, eine von einer gesetzlichen Krankenkasse angebotene Sport-App auf ihrem Smartphone zu installieren. Dass digitale Systeme bereits einen hohen Stellenwert im Bereich Trainingsunterstützung haben, lässt sich der Studie ebenfalls entnehmen. 25 Prozent der Befragten nutzen bereits elektronische Unterstützungssysteme. 65 Prozent der Nutzer arbeiten mit Apps, 36 Prozent mit Wearables und 24 Prozent mit Online-Plattformen

Das GeWINO hat die Studie gemeinsam mit der Universität Potsdam, Stiftungslehrstuhl für Rehabilitationswissenschaften, Prof. Dr. med. Heinz Völler, im vergangenen Jahr durchgeführt. Dabei wurden von Juni bis August 2 074 Personen befragt, darunter 372 Patienten der Klinik am See (Abteilung für Kardiologie) in Rüdersdorf bei Berlin und 1 217 Studierende und 485 Mitarbeitende der Universität Potsdam.

Die Studie zeigt dabei etwa auch bei den „Sportmuffeln“, dass elektronische Helfer motivierend wirken können. So sind Menschen, die wenig Sport treiben, zu fast zwei Dritteln bereit, sich von elektronischer Trainingsunterstützung „auf Trapp“ bringen zu lassen. Die meisten davon würden Apps (54 Prozent) lieber als Wearables (41 Prozent) und Online-Plattformen (19 Prozent) nutzen (Mehrfachnennungen möglich). Nur 26 Prozent der Befragten lehnen Systeme zur digitalen Trainingsunterstützung ab. Die Ergebnisse der Studie sind unter www.gewino.de verfügbar. EB

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