ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2016Initiative: Interdisziplinäres Delir-Netzwerk gegründet

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Initiative: Interdisziplinäres Delir-Netzwerk gegründet

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Schätzungen zufolge kommt es in Deutschland jedes Jahr bei rund drei Millionen Menschen zu einem Delir. So bezeichnen Wissenschaftler den psychischen Ausnahmezustand nach einer Operation oder schweren Erkrankung. Als Ursache dafür werden Entzündungsstoffe vermutet, die aufgrund der schweren Erkrankung oder des chirurgischen Eingriffs ausgeschüttet werden. Sie überfluten den Körper, durchdringen die Blut-Hirn-Schranke und greifen die Gehirnzellen an. Wie lange ein Delir anhält, ist meist unklar. Bei den meisten Patienten dauert es nur wenige Tage, es kann sich aber auch über Wochen hinziehen. Besonders wichtig ist neben der stetigen Überwachung ein gutes Sedierungs- und Analgesierungssystem.

Im Rahmen des 15. Kongresses der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin Ende 2015 in Leipzig wurde das deutschsprachige, interprofessionelle und interdisziplinäre Delir-Netzwerk von Intensivpflegenden, Intensivmedizinern, Psychiatern, Geriatern, Pädiatern und Pflegewissenschaftlern gegründet. Das Netzwerk kooperiert zudem unter anderem mit der Europäischen Delirium Association und dem Netzwerk Frühmobilisierung. Es hat sich zum Ziel gesetzt, Akteure im Gesundheitswesen, vor allem im Intensivbereich, in der allgemeinen stationären Patientenversorgung sowie in der Lehre, Forschung und Bildung miteinander zu verbinden. Aufgabenfelder sind Forschung zum Delir, Verbreitung von Wissen, Praxisimplementierung und Öffentlichkeitsarbeit. Über die Website www.delir-netzwerk.de sind weitere Informationen abrufbar. EB

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