ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2016Ethikrat: Gesetzeslücke bei Embryonenspende

AKTUELL

Ethikrat: Gesetzeslücke bei Embryonenspende

Dtsch Arztebl 2016; 113(13): A-585 / B-493 / C-489

Richter-Kuhlmann, Eva

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Der Deutsche Ethikrat hat den Gesetzgeber aufgefordert, rechtliche Lücken bei der Weitergabe von überzähligen Embryonen, die bei künstlicher Befruchtung entstanden sind, zu schließen. In einer Stellungnahme legt er dar, wie Embryospende, Embryoadoption und Übernahme elterlicher Verantwortung geregelt werden könnten.

Künstliche Befruchtung: Überzählige Embryonen werden häufig eingefroren. Foto: dpa
Künstliche Befruchtung: Überzählige Embryonen werden häufig eingefroren. Foto: dpa

Grundsätzlich hält der Ethikrat Embryospenden für statthaft, mahnt jedoch an, die unterschiedlich ausgelegte Dreierregel, mit der im Embryonenschutzgesetz eine Überproduktion von Embryonen bei der künstlichen Befruchtung verhindert werden sollte, zu präzisieren. „Die Spende von Embryonen kann zumindest einigen überzähligen Embryonen Lebenschancen eröffnen. Zugleich kann sie den Kinderwunsch von Personen erfüllen, die keine eigenen Kinder zeugen können oder wollen“, sagte Prof. Dr. med. Christiane Woopen, Vorsitzende des Deutschen Ethikrates. Je höher man den moralischen Status des Embryos in vitro ansetze, desto wichtiger sei es, die Entstehung überzähliger Embryonen zu vermeiden.

Anzeige

Der Rat empfiehlt ferner, die Elternschaft und die Rechte und Pflichten der Beteiligten rechtlich festzulegen und Embryospenden oder Embryoadoptionen nur im Rahmen eines zu schaffenden, staatlich geregelten Verfahrens zuzulassen. Gleichzeitig seien die Rechte des Kindes auf Kenntnis seiner Abstammung zu regeln. ER

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema