ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2016Frank Bradke: Lange Leitungen

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Frank Bradke: Lange Leitungen

Grunert, Dustin

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Frank Bradke, Foto: dpa
Frank Bradke, Foto: dpa

Nervenbahnen lassen sich mit einem Computernetzwerk vergleichen. Sie übermitteln die Daten zwischen den einzelnen Computern, egal in welche Richtung. Nehmen die Nervenbahnen jedoch Schaden, kann das dramatische Folgen für das Netzwerk haben. Die einzelnen Komponenten, zum Beispiel Muskeln, die vom Gehirn gesteuert werden, können vollkommen intakt sein. Ohne Nervenverbindung können Sie trotzdem nicht arbeiten und bleiben gelähmt.

Bei der Regeneration der Nervenbahnen kommt es unter anderem auf deren Länge an. Kurze Bahnen haben eine recht gute Regenerationsfähigkeit, die langen im Rückenmark hingegen nicht.

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Der Biochemiker Frank Bradke hat sich in seiner Forschung vor allem mit dem Wachstum der Axone beschäftigt. Die fehlende Regenerationsfähigkeit dieser Nervenzellfortsätze spielt eine zentrale Rolle bei Querschnittslähmungen. Bradke untersuchte, wie die Fasern doch wieder zum Wachstum angeregt werden können. Dabei entdeckte er zunächst, dass die für die Stabilität des Zytoskeletts wichtigen Mikrotubuli im Axon deutlich stabiler als in anderen Zellfortsätzen sind.

Er erkannte auch, dass eine pharmakologische Stabilisierung dieser Mikrotubuli auch die Regeneration der Axone fördern kann. Eine bahnbrechende Erkenntnis war, dass eine solche pharmakologische Stabilisierung zugleich die Narbenbildung im Rückenmark hemmt. Für seine Arbeiten, die sowohl für die Grundlagenforschung als auch für therapeutische Ansätze von außerordentlicher Bedeutung sind, erhielt Bradke nun den Leibniz-Preis. Dustin Grunert

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