ArchivDeutsches Ärzteblatt23/1996Praxiskliniken: Herausforderung

SEITE EINS

Praxiskliniken: Herausforderung

Clade, Harald

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNSLNSLNS Die Fraktionen von CDU/CSU und FDP wollen Praxiskliniken nach § 116 a, Abs. 1 SGB V als "Einrichtungen mehrerer in gemeinsamer Berufsausübung zusammenwirkender Vertragsärzte" definieren, "in denen Versicherte ambulant und stationär versorgt werden können". Dies sieht ein Änderungsbegehren zum "Krankenhaus-Neuordnungsgesetz 1997" vor. Die Dauer der stationären Versorgung darf danach zwei Tage nicht überschreiten. In ambulanten Praxiskliniken sind je Vertragsarzt bis zu zwei Betten und nicht mehr als 10 Betten zulässig. Diese so dem ambulanten Sektor zuzurechnenden Praxiskliniken sind keine Einrichtungen im Sinne von § 107 Abs. 1 SGB V, also keine Krankenhäuser. Sie sollen künftig ebenso in die für den ambulanten Sektor geltende strikte Bedarfsplanung eingebunden werden.
Durch diese Klarstellung soll gewährleistet werden, daß vollstationäre Einrichtungen keine wettbewerbsverzerrende Konkurrenz in Form von großen ambulanten Gesundheitszentren erhalten. Schwerpunkt der Tätigkeit der Praxisklinikärzte soll die ambulante Versorgung sein. Durch die Abgrenzung sowohl von Beleg- als auch von Anstaltskrankenhäusern sollen Doppelstrukturen vermieden werden. Andererseits dürfen die neu definierten ambulanten Praxiskliniken nicht vermengt werden mit längst etablierten Praxiskliniken mit Akutversorgungsfunktion im stationären Sektor. Hier sind die Praxen niedergelassener Vertragsärzte in einem Krankenhaus mit zugelassenen Betten nach § 108 SGB V integriert, und die Planbetten müssen in den Bedarfsplan aufgenommen sein. Diese von den neu definierten Kliniken zu unterscheidenden Einrichtungen haben ihre Versorgungsfunktion und ihre Effizienz längst unter Beweis gestellt.
In Verbindung mit einer Flexibilisierung der belegärztlichen Tätigkeit und einer praxisgerechten Zulassungs- und Praxisübergaberegelung kann dadurch ein starkes Element zur durchgängigen, personalen Verzahnung des ambulanten mit dem stationären Versorgungssektor geschaffen werden – eine Herausforderung für qualifizierte niedergelassene Ärzte/Operateure. HC
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote