ArchivDeutsches Ärzteblatt23/1996EBM-Reform: Psychotherapeuten-KV gründen

SPEKTRUM: Leserbriefe

EBM-Reform: Psychotherapeuten-KV gründen

Daigger, Martin

Zu dem Beitrag "Budgets als Bremse für die Mengenentwicklung" von Josef Maus in Heft 18/1996
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LNSLNS . . . Da bekomme ich für 50 Minuten Psychotherapie und 10 Minuten Pause (wie es vorgesehen ist) 1 450 Punkte, also zwei Drittel von dem, was der Kollege ohne spezielle Qualifikation für 60,2 Minuten Beratung (1 800 Punkte) bekommen würde.
Wenn ich sehe, daß ich für die Zusatzbezeichnung Psychotherapie und eine separate Psychotherapieausbildung Tausende von Mark investiert habe und dann vor dieser Ungerechtigkeit stehe, dann packt mich die Wut. Da die Zusatzbezeichnung PT und der Facharzttitel Psychiatrie anscheinend nur Makulatur sind, überlege ich mir, die Zusatzbezeichnung PT und den Facharzttitel zurückzugeben und von morgens bis abends nur noch die Ziffern 17 und 18 abzurechnen. Gutachten usw. müßte ich dann auch nicht mehr schreiben.
Außerdem hat mir ein Kollege ernsthaft geraten, genauso wie die Psychologen Psychotherapie nur noch im Kostenerstattungsverfahren direkt mit den Krankenkassen abzurechnen, da Psychologen von den Krankenkassen für eine Psychotherapiestunde doppelt so viel (!) vergütet bekommen wie die ärztlichen Psychotherapeuten.
Wenn seitens der KBV diese Diskriminierung weiter anhält, macht sich die KBV als Vertreter aller Ärzte immer unglaubwürdiger. Wenn es nicht bald gelingt, wie in Bayern und Westfalen-Lippe, einen festen Punktwert von 9 beziehungsweise 10 Pfennig für genehmigungspflichtige psychotherapeutische Leistungen durchzusetzen, muß die KBV damit rechnen, daß sich die ärztlichen Psychotherapeuten aus der KV herauslösen werden und zusammen mit Psychologen eine eigene Psychotherapeuten-KV gründen, um dann mit den Krankenkassen eigene Verträge abzuschließen.
Dr. med. Martin Daigger, Jaderberger Straße 65, 26316 Varel
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