ArchivDeutsches Ärzteblatt23/1996Berufspolitik: Werbeverbot lockern

SPEKTRUM: Leserbriefe

Berufspolitik: Werbeverbot lockern

Saueressig, Udo

Gedanken zur aktuellen Berufspolitik und zu innerärztlichen Konflikten
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LNSLNS . . . Im Staube auf dem Boden liegend, knurren wir nicht die Schuldigen und unsere Widersacher, sondern Kolleginnen/Kollegen an: "Hausarzttrottel, hast ja keine Ahnung", "hypertropher Schmalspurspezialist" oder "technikverliebter Fachidiot, der nicht verstanden wird vom Patienten". Zusätzlich starten wir noch mit einer selbstauferlegten Stahlkugel am Bein ins Rennen: dem Werbeverbot. Patientenwünsche werden super befriedigt, zum Beispiel durch die GmbH "Zentrum für Biologische Medizin", in deren knalligen Annoncen unglaublicherweise obendrein manchmal noch steht: "medizinische Leitung Heilpraktiker Soundso". Während wir in den Praxen bei mittlerweile 60 Prozent Kosten und sinkendem Punktwert nach Luft japsen, gehen hier Milliarden an uns vorbei.
Die Mehrheit der Abgeordneten kommt aus dem öffentlichen Dienst, wir sind in den Fängen einer brutalen Bürokratie, die jede Realität und ehrliche Arbeit und Leistung nicht mehr kennt und daher auch gar keine Probleme wirklich lösen will oder kann, sondern auf Selbsterhalt und -vermehrung programmiert ist, deren Tentakel in die letzte Lücke hineinreichen. Gegen diese übermächtige Bürokratur haben wir wenig (oder keine?) Chancen, aber selbstauferlegten Ballast könnten wir ablegen. Schleunigste Einigkeit tut not, hierfür muß zuerst Futterneid endgültig entfallen, daher sind die Überschüsse anzugleichen, was der neue EBM leisten muß. Der Kampf gegen den ICD hat gezeigt, daß wir einig handeln können. Schlagkräftige Strukturen und gemeinsamer Konsens müssen her und die Leute, ihn knallhart nach außen zu vertreten! . . . Dr. med. Udo Saueressig, Gründelsweg 7, 69436 Schönbrunn-Moosbrunn
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