ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2016GOÄ-Ratgeber: Abrechnung elektrotherapeutischer Leistungen (II)

PRIVATABRECHNUNG

GOÄ-Ratgeber: Abrechnung elektrotherapeutischer Leistungen (II)

Dtsch Arztebl 2016; 113(17): A-840 / B-712 / C-700

Wiesener, Tina

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Die Gebührenpositionen für die Abrechnung von elektrotherapeutischen Leistungen des Kapitels E. „Physikalisch-medizinische Leistungen“ der Amtlichen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) werfen immer wieder Fragen auf. Wie bereits unter dieser Rubrik erläutert, gilt dies insbesondere dann, wenn Unsicherheiten bestehen, welcher Gebührenordnungsnummer die erbrachte Leistung im Einzelfall zutreffend zuzuordnen ist und ob gegebenenfalls gebührenrechtliche Einschränkungen, z. B. bei der Leistungserbringung im wahlärztlichen Bereich, bestehen. (vgl. hierzu GOÄ-Ratgeber „Abrechnung elektrotherapeutischer Leistungen (I)“, DÄ, Heft 15/2016).

Allerdings verursacht auch die Berücksichtigung von ergänzenden Bestimmungen der GOÄ häufig Schwierigkeiten bei der Abrechnung von Leistungen des Kapitels E.:

Die „Gezielte Niederfrequenzbehandlung bei spastischen und/oder schlaffen Lähmungen je Sitzung“ wird mit der Nr. 555 GOÄ in Ansatz gebracht, wohingegen die Niederfrequenztherapie anderer Indikationen als „Reizstrombehandlung (Anwendung niederfrequenter Ströme) – auch bei wechselweiser Anwendung verschiedener Impuls- oder Stromformen und gegebenenfalls unter Anwendung von Saugelektroden –“mit der Nr. 551 GOÄ abgebildet wird. Der Ansatz der – im Vergleich zu Nr. 551 GOÄ mit einer deutlich höheren Punktzahl versehenen – Nr. 555 GOÄ ist gemäß der Leistungslegende nur für die gezielte Therapie von „spastischen und/oder schlaffen Lähmungen“ zutreffend.

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Bei Ansatz der Nr. 551 GOÄ sind darüber hinaus zusätzlich die ergänzenden Bestimmungen zu dieser Gebührenposition zu berücksichtigen, die mehrere Ausschlüsse enthalten:

„Wird Reizstrombehandlung nach der Nr. 551 gleichzeitig neben einer Leistung nach den Nrn. 535, 536, 538, 539, 548, 549, 552 oder 747 an demselben Körperteil oder an denselben Körperteilen verabreicht, so ist nur die höherbewertete Leistung berechnungsfähig; dies gilt auch bei der Verwendung eines Apparatesystems an mehreren Körperteilen.“

Der Gebührenordnungsausschuss der Bundes­ärzte­kammer hat zur „Definition des Körperteils“ am 21. Juli 1998 nachstehende Abrechnungsempfehlung beschlossen (vgl. DÄ, Heft 36/1999), die bei der Abrechnung der Nr. 551 GOÄ berücksichtigt werden sollte:

„a) Schultergürtel mit Hals, b) übrige dorsale Rumpfseite, c) übrige ventrale Rumpfseite, d) re. o. li. Schulter mit Oberarm, e) re. oder li. Ellenbogen mit Oberarm und Unterarm, f) re. o. li. Hand mit Unterarm, g) re. o. li. Hüfte mit Oberschenkel, h) re. o. li. Knie mit Oberschenkel und Unterschenkel, i) re. o. li. Fuß mit Unterschenkel“.

Die Anmerkungen zur „Abrechnung der transkutanen elektrischen Nervenstimulation“ (TENS) können im GOÄ-Ratgeber im DÄ, Heft 42 /2012, nachgelesen werden. Dr. med. Tina Wiesener

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