ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2016Tabakwerbung: Ärzte fordern schnelleres Verbot

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Tabakwerbung: Ärzte fordern schnelleres Verbot

Dtsch Arztebl 2016; 113(17): A-796 / B-676 / C-668

Hillienhof, Arne

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Reguliert: Tabakwerbung soll auf Außenflächen ab 2020 stark eingeschränkt werden. Foto: dpa
Reguliert: Tabakwerbung soll auf Außenflächen ab 2020 stark eingeschränkt werden. Foto: dpa

Die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) hat die Entscheidung des Bundeskabinetts begrüßt, die Tabakwerbung in Deutschland deutlich einzuschränken. Gleichzeitig kritisierte BÄK-Präsident Prof. Dr. med. Frank Ulrich Montgomery, dass die Verbote erst ab 2020 gelten sollen. „Solche Verbote sind längst überfällig. Immerhin ist Deutschland neben Bulgarien das einzige Land der Europäischen Union, in dem Tabakwerbung noch immer legal ist“, so Montgomery. Studien zeigten, dass vor allem Jugendliche anfällig für eingängige Werbebotschaften seien. „Auch wissen wir, dass in Ländern mit umfassenden Tabakwerbeverboten ein deutlich stärkerer Rückgang des Tabakkonsums erfolgte als in Ländern ohne entsprechende Regelungen“, betonte er. Neben der BÄK sprach sich auch die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin für ein früheres Verbot aus.

Das Kabinett hatte kürzlich einen Gesetzentwurf von Ernährungsminister Christian Schmidt beschlossen. Danach soll Zigarettenwerbung auf Plakaten, Litfaßsäulen und im Kino von Juli 2020 an verboten werden. Es gibt jedoch Ausnahmen: An Fachgeschäften sowie in Verkaufsstellen wie Trinkhallen oder Tankstellen wird Tabakwerbung weiter erlaubt sein. In Kinos soll das Verbot bei allen Filmen gelten, die für Zuschauer unter 18 Jahren freigegeben sind. hil

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