ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2016Radiologie: Modernes Querschnittsfach

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Radiologie: Modernes Querschnittsfach

Dtsch Arztebl 2016; 113(17): [8]

Spielberg, Petra

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Radiologen sind eine wichtige Schaltstelle in der medizinischen Diagnostik. Vielfältige Spezialisierungsmöglichkeiten machen das Fach zusätzlich attraktiv.

Präzise und schnelle Diagnosen werden durch bildgebende Verfahren ermöglicht. Foto: dpa
Präzise und schnelle Diagnosen werden durch bildgebende Verfahren ermöglicht. Foto: dpa

Die bildgebende Diagnostik ist unverzichtbarer Bestandteil der Patientenversorgung im Krankenhaus und in der ambulanten Versorgung. Radiologische Untersuchungsverfahren ermöglichen durch schnelle und präzise Diagnosen nicht nur rasche Entscheidungen über gezielte Behandlungen. Bildgebende Verfahren wie die Projektionsradiografie, die Computertomografie (CT), die Magnetresonanztomographie (MRT) oder die Sonographie können vielmehr auch dazu beitragen, überflüssige operative Eingriffe zu vermeiden, Liegezeiten zu verkürzen und den Erfolg von Therapien zu kontrollieren.

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Technik und Patientennähe

„Dadurch ist der klinische Einfluss der Radiologie in andere medizinische Bereiche sehr unmittelbar“, erklärt Prof. Dr. med. Peter Landwehr, Chefarzt der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am DIAKOVERE Henriettenstift in Hannover und Präsident des diesjährigen Deutschen Röntgenkongresses in Leipzig. Radiologen stünden quasi mitten im Behandlungsgeschehen oder, wie bei der Akutversorgung von Schlaganfallpatienten, sogar an vorderster Front. „Anders als früher versteht sich die Radiologie heute als klinisches Querschnittsfach mit Technikorientierung und Patientennähe“, betont Landwehr.

Die Vielfältigkeit und der Kontakt zu anderen Disziplinen macht auch für Thekla Oechtering, Assistenzärztin an der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Lübeck, den Reiz des Faches aus. „Ich wollte seit der Schulzeit Radiologin werden“, sagt die 26-Jährige. Mittlerweile ist sie im 3. Weiterbildungsjahr und hat die Entscheidung nie bereut. Sehr entgegen kommt Oechtering auch, dass die Radiologie aufgrund der gut strukturierten Arbeitsabläufe Freiraum für Forschung und Familienplanung lässt. Auch die Tatsache, dass das Fach mit relativ wenig Bürokratie belastet sei, sei ein Pluspunkt, so die junge Ärztin.

Eine wesentliche Kompetenz, die Fachärzte für Radiologie mitbringen müssen, besteht neben der Freude an Teamarbeit in einer guten Kommunikationsfähigkeit. So ist zum Beispiel Fingerspitzengefühl gefragt, wenn es darum geht, Patienten über eine Tumordiagnose zu informieren oder über den Nutzen von Röntgenstrahlen und ein mögliches „Krebsrisiko“ aufzuklären.

Ärzte dauerhaft binden

Jenseits des Anspruchs der Radiologie als klinisches Fach besteche die Disziplin ferner durch eine Vielzahl an Spezialisierungsmöglichkeiten. Beispiele hierfür seien die Neuroradiologie, die an der Schnittstelle von Neurochirurgie, Neurologie und Psychiatrie angesiedelt ist, oder die Kinderradiologie, so Chefarzt Landwehr. Hinzu komme die Möglichkeit, sich über zahlreiche Zusatzqualifikationen weiter zu spezialisieren.

Ein attraktives Betätigungsfeld sei auch die interventionelle Radiologie. Hier werde der Radiologie vom Diagnostiker zum minimal-invasiven Therapeuten. Die interventionelle Radiologie ersetze heute eine Vielzahl operativer Eingriffe.

„Die Radiologie mit ihrem interventionellen Spektrum ist in der Karriereplanung zunehmend für Bewerber attraktiv, die ansonsten eine operative Disziplin angesteuert hätten“, sagt Landwehr.

Um den Bedürfnissen der Bewerber für Stellen in der Radiologie im Krankenhaus und in den Praxen gerecht werden zu können, sei es wichtig, die inhaltlichen und finanziellen Voraussetzungen zu schaffen, um die Ärzte dauerhaft zu halten, meint Landwehr. Die Chancen hierfür seien mit intelligenten Arbeitszeit- und Kooperationsmodellen für Kliniken und Praxen gerade in der Radiologie sehr gut.

Petra Spielberg

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