ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2016Dokumentation: Rechte und Pflichten

MEDIEN

Dokumentation: Rechte und Pflichten

Dtsch Arztebl 2016; 113(18): A-880 / B-744

Berner, Barbara

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Frederik Fiekas: § 630 f BGB – die Dokumentation der Behandlung. Eine rechtsdogmatische Einordnung der Dokumentationspflicht des Behandelnden nach Inkrafttreten des Patientenrechtegesetzes. Baden- Baden, Nomos, 2015, brosch., 241 Seiten, 64 Euro
Frederik Fiekas: § 630 f BGB – die Dokumentation der Behandlung. Eine rechtsdogmatische Einordnung der Dokumentationspflicht des Behandelnden nach Inkrafttreten des Patientenrechtegesetzes. Baden- Baden, Nomos, 2015, brosch., 241 Seiten, 64 Euro

Mit dem Patientenrechtegesetz, das am 26. Februar 2013 in Kraft getreten ist, wurde die Pflicht zur Dokumentation, die bereits als berufsrechtliche Pflicht normiert ist, in § 630 f BGB geregelt. Dieser verpflichtet in Abs. 1 den Behandelnden, in unmittelbarem zeitlichen Zusammenhang mit der Behandlung, eine Patientenakte in Papierform oder elektronisch zu führen. In dem Buch von Fiekas wird diese Neuregelung analysiert und ergebnisorientiert ausgelegt. Das Buch basiert auf einer Arbeit des Autors, die im Februar 2015 vom Fachbereich Rechtswissenschaften der Philipps-Universität zu Marburg als Dissertation angenommen wurde.

Hintergrund ist die rechtliche Auseinandersetzung mit der Frage, ob auf dieser gesetzlichen Grundlage Patienten Erfüllungsansprüche hinsichtlich der Anfertigung ordnungsgemäßer ärztlicher Aufzeichnungen geltend machen können und ob ihnen eventuell auch Schadensersatzansprüche bei Dokumentationspflichtverletzungen zustehen könnten. Damit der Sinngehalt der neuen Vorschrift verstanden wird, stellt der Autor zunächst das Patientenrechtegesetz dar und zeigt anhand der Entstehungsgeschichte und grundlegenden Ziele die Hintergründe des Gesetzes auf.

Anzeige

So macht der Autor zum Beispiel deutlich, dass die ärztliche Pflicht zur Anfertigung einer ordnungsgemäßen Dokumentation an erster Stelle dem Zweck dient, durch die Aufzeichnung des Behandlungsgeschehens eine sachgerechte therapeutische Behandlung und Weiterbehandlung zu gewährleisten und damit einer möglichen Gefährdung der Patientensicherheit vorzubeugen. Ein wichtiger weiterer Zweck der Dokumentationspflicht ist die Wahrung des Persönlichkeitsrechts des Patienten. Dieser soll die Chance haben, sich an das zurückliegende Behandlungsgeschehen erinnern zu können, um komplexe Geschehnisse und Zusammenhänge zu verstehen.

Das Buch hilft zu verstehen, warum der Gesetzgeber diese Regelung getroffen hat, die der Autor als selbstständige vertragliche Nebenpflicht des Arztes einstuft. Hierzu setzt sich Fiekas mit dem rechtsdogmatischen Charakter der Dokumentationspflicht auseinander und zeigt die unterschiedlichen Ansichten auf, ob bei Pflichtverletzungen in Form von Dokumentationsmängeln Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden können. Das Buch ist daher eine Bereicherung für jeden, der sich mit Regelungen des Patientenrechtegesetzes und seinen Auswirkungen auf die tägliche Praxis – speziell mit der ärztlichen Dokumentation – beschäftigt. Barbara Berner

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema