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Johanna Bleker: Medizinhistorikerin mit politischem Sinn

Dtsch Arztebl 2016; 113(20): A-993 / B-835 / C-819

Jachertz, Norbert

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Johanna Bleker, Foto: Charité
Johanna Bleker, Foto: Charité

Statt einer Geburtstagsfeier hat das Institut für Geschichte der Medizin der Charité am 15. und 16. April zu Ehren von Prof. Dr. med. Johanna Bleker ein wissenschaftliches Symposium ausgerichtet. Bleker war am 16. November letzten Jahres 75 geworden, das Symposium wurde gleichsam nachgereicht und geriet umso ansehnlicher. Behandelt wurde insbesondere die Entwicklung des Krankenhauses zu einem Ort der klinischen Forschung, einem der Themen, bei denen Bleker „Maßstäbe gesetzt hat“, so Institutsdirektor Prof. Dr. med. Volker Hess. Das ließe sich auch für Blekers Forschungsansatz sagen. Sie schrieb Medizingeschichte für die Gegenwart. Mit wachem Sinn für die gesellschaftlichen Bedingungen, denen die Medizin unterworfen ist, die ihr Grenzen setzen, aber auch Chancen eröffnen, etwa was die Rolle der Frau betrifft (einem weiteren Bleker-Thema).

Johanna Bleker hat Medizin in Zürich, dann in Münster studiert, dort promoviert und sich habilitiert. Ab 1978 gehörte sie dem Berliner Institut (in seiner mehrfach wechselnden Formation) an, von 2001 bis 2004 als dessen geschäftsführende Direktorin. Ihre ausgleichende Art dürfte ihr dabei zugute gekommen sein. Das gilt ganz gewiss für ein sehr spezielles Projekt, das dank Bleker nahezu reibungslos abgewickelt werden konnten: die Artikelserie zur Medizin im „Dritten Reich“, die 1988/89 im Deutschen Ärzteblatt und später auch als Buch (2. Auflage 1993) veröffentlicht wurde und für die Bleker namhafte Autoren gewinnen konnte. Auch für die „Vergangenheitsbewältigung“ der Ärzteschaft hat Johanna Bleker „Maßstäbe gesetzt“. Norbert Jachertz

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