ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2016Sturzprävention in Hausarztpraxen
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Hintergrund: Stürze und sturzbedingte Verletzungen treten bei älteren Menschen häufig auf. Multifaktorielle Sturzpräventionsprogramme in Hausarztpraxen könnten die Inzidenzrate in dieser Personengruppe senken.

Methodik: In einer cluster-randomisierten Studie in 33 Allgemeinarztpraxen wurden 378 selbstständig lebende ältere Menschen mit erhöhtem Sturzrisiko (65–94 Jahre, 285 Frauen) über 12 Monate untersucht. 222 Teilnehmer nahmen an einem 16-wöchigen Sturzpräventionstrainingsprogramm (1 h/Woche) mit muskelkräftigenden und gleichgewichtsfördernden Übungen teil, das mit einem 12-wöchigen Heimtrainingsprogramm kombiniert war. 156 Teilnehmer wurden so behandelt, wie es bislang in der jeweiligen Praxis üblich war. Primärer Endpunkt war die Anzahl von Stürzen innerhalb von 12 Monaten. Sekundäre Endpunkte waren die Anzahl von sturzbedingten Verletzungen sowie die Veränderung der körperlichen Funktion (Timed-Up-and-Go-Test, Chair-Stand-Test, modifizierter Romberg-Test [mRomberg]) und der Sturzangst.

Ergebnisse: In der Interventionsgruppe (n = 222 in 17 Allgemeinarztpraxen) wurden 291 Stürze beobachtet im Vergleich zu 367 Stürzen in der Kontrollgruppe (n = 156 in 16 Allgemeinarztpraxen). Es zeigte sich eine niedrigere Inzidenz für Stürze (Inzidenzrate [IRR]: 0,54 [0,35; 0,84] p = 0,007) und sturzbedingte Verletzungen (IRR: 0,66 [0,42; 0,94] p = 0,033). Die Interventionsgruppe erreichte signifikante Verbesserungen beim Timed-Up-and-Go-Test (−2,39 s, [−3,91; –0,87] p = 0,014) und beim mRomberg (1,70 s [0,35; 3,04] p = 0,037) sowie eine Reduktion der Sturzangst (−2,28 Punkte, [−3,87; –0,69] p = 0,022) im Vergleich zur Kontrollgruppe.

Schlussfolgerung: Ein Sturzpräventionstrainingsprogramm in Hausarztpraxen kann die Anzahl von Stürzen und sturzbedingten Verletzungen bei älteren, selbstständig lebenden Personen mit erhöhtem Sturzrisiko reduzieren.

LNSLNS

Stürze und sturzbedingte Verletzungen treten bei selbständig lebenden älteren Personen häufig auf und ihre Anzahl steigt mit zunehmendem Alter exponenziell an. Ungefähr 30 % der über 65-Jährigen berichten mindestens einen Sturz pro Jahr (1, 2).

Frakturen zählen zu den Sturzverletzungen, die am häufigsten (89 %) stationär behandelt werden müssen (3). Häufige Folgen von Frakturen sind

  • bleibende Mobilitätseinschränkungen,
  • Einweisung in Pflegeheime,
  • Zunahme der Gesundheitskosten und
  • erhöhte Mortalität (35).

Ungefähr 40–70 % der älteren Personen, die gestürzt sind, berichten von einer bleibenden Sturzangst, die zur Einschränkung der Aktivität, zur sozialen Isolation und zur Verschlechterung der Lebensqualität führt (6, 7). Trotz dieser gravierenden Konsequenzen sind sich viele ältere Personen oft ihres Sturzrisikos nicht bewusst (8, 9).

Aufgrund des demografischen Wandels und der hohen Prävalenz von Stürzen bei Älteren besteht die Notwendigkeit von regelmäßigen, standardisierten Sturzrisiko-Assessments mit nachfolgender Einleitung von effektiven Interventionsmaßnahmen. Hausärzte sehen ihre Patienten regelmäßig und können deshalb Patienten mit erhöhtem Sturzrisiko identifizieren.

Die ProFANE-Gruppe (Prevention of Falls Network Europe) empfiehlt ein jährliches Screening (10). Patienten mit erhöhtem Sturzrisiko sollte ein effektives Trainingsprogramm angeboten werden (8, 11). Das kürzlich veröffentlichte Cochrane Review bestätigte, dass gruppen- und heimbasierte Trainingsprogramme die Anzahl von Stürzen bei älteren Personen, die noch eigenständig leben, reduzieren können (12). In Übereinstimmung mit anderen Reviews wurde dabei festgestellt, dass effektive Trainingsprogramme Gleichgewichts- und Kräftigungsübungen mit ansteigendem Schwierigkeitsgrad beinhalten sollen (1214).

Auch wenn bereits zahlreiche positive Effekte von Sturzpräventionsprogrammen nachgewiesen werden konnten, gibt es bisher noch wenige Studien, die auf eine Verbesserung der motorischen Funktion ausgerichtet und im Setting von Hausarztpraxen verankert sind (1517). Das primäre Ziel der Studie PreFalls (Prevent Falls) war daher, in einem cluster-randomisierten Studiendesign die Effekte eines vor allem auf motorische Aspekte ausgerichteten Trainingsprogramms auf die Anzahl von Stürzen pro Person im Setting von Hausarztpraxen zu untersuchen. Zielgruppe waren selbstständig lebende, ältere Personen mit einem erhöhten Sturzrisiko. Zusätzlich sollten in dieser Studie die Inzidenz von sturzbedingten Verletzungen und die Effekte des Trainingsprogramms auf die körperliche Funktion und auf die Sturzangst untersucht werden.

Methoden

Teilnehmer und Rekrutierung

Gemäß des bereits publizierten Studienprotokolls (18) wurden für diese cluster-randomisierte Studie mit zwei Ebenen (Hausärzte und Patienten) Hausärzte in Süddeutschland zur Teilnahme an der Studie eingeladen. Die Hausärzte schlossen selbstständig lebende Personen über 65 Jahre mit erhöhtem Sturzrisiko ein (Grafik 1). Ein erhöhtes Sturzrisiko wurde definiert als ein oder mehrere selbstberichtete Stürze in den vergangenen 12 Monaten, eine niedrige körperliche Funktion (benötigte Zeit beim Timed-Up-and-Go-Test oder Chair-Stand-Test über 10 Sekunden) (1921) oder subjektive bzw. objektive Schwierigkeiten mit dem Gleichgewicht bzw. Sturzangst. Zum Einschluss in die Studie musste mindestens eines dieser Kriterien vorliegen. Personen, die nicht mehr eigenständig lebten oder körperliche bzw. kognitive Einschränkungen hatten, die eine Durchführung des Sturzrisiko-Assessments bzw. die Teilnahme an einem Trainingsprogramm beeinträchtigten, wurden ausgeschlossen.

Verlauf der Studie
Grafik 1
Verlauf der Studie

Das Studienprotokoll wurde von der Ethikkommission des Klinikums rechts der Isar der Technischen Universität München (Nummer 2386/09) genehmigt. Alle Teilnehmer hatten vor Beginn der Studie eine schriftliche Einverständniserklärung zur Studienteilnahme gegeben (Grafik 1).

Messungen

Die demografischen Daten, der Body-mass-Index, das Sturzrisiko-Assessment sowie die Komorbiditäten und die Medikation der Teilnehmer wurden von geschulten MitarbeiterInnnen der Hausärzte erhoben. Diese waren ansonsten nicht in das Studiendesign oder Trainingsprogramm involviert.

Der primäre Endpunkt des Sturzpräventionsprogramms war eine Reduktion der Sturzanzahl (18). Die Sturzereignisse wurden von den Patienten über den gesamten Studienzeitraum in einem Sturztagebuch dokumentiert. Die Patienten notierten täglich, ob sie gestürzt, gefallen oder gestolpert waren. Da manche Menschen im täglichen Sprachgebrauch zwischen stürzen (mit Verletzung) und fallen (ohne Verletzung) unterscheiden, wurden explizit beide Begriffe abgefragt. Die Monatsübersicht des Sturztagebuches sollte immer in der ersten Woche des nachfolgenden Monats in einem frankierten, voradressierten Rückumschlag an die Studienkoordination geschickt werden. Falls von dem Patienten ein Sturz angegeben wurde, erfolgte innerhalb der ersten beiden Wochen des Folgemonats die Erhebung von weiteren Informationen zum Sturz über ein strukturiertes Telefoninterview durch geschulte Mitarbeiter. Ein Sturz wurde dabei definiert als ein „unerwartetes Ereignis, bei dem der Patient am Boden, auf dem Flur oder einer niedrigeren Ebene zum Liegen kommt“ (10).

Sekundäre Endpunkte waren die Anzahl der „Stürzer“ und die Anzahl der sturzbedingten Verletzungen sowie die Verbesserung der körperlichen Funktion und Sturzangst. Die körperliche Funktion wurde über den Timed-Up-and-Go-Test (TUG) erfasst (20, 22), die Beinkraft über den „Chair-Stand-Test“ (CST) und die Balancefähigkeit über den modifizierten Romberg-Test (mRomberg) (23), wie bereits beschrieben (18). Die Sturzangst wurde über die deutsche Version der Falls Efficacy Scale-International (FES-I) erfasst (24) (eKasten 1). Die körperliche Funktion und die Sturzangst wurden von den Hausärzten zu Beginn der Studie und nach 12 Monaten erfasst.

Weitere Informationen zu den sekundären Endpunkten
eKasten 1
Weitere Informationen zu den sekundären Endpunkten

Randomisierung

Ein Biostatistiker, der nicht in die Studie involviert war, randomisierte die Hausarztpraxen über eine computer-generierte zufällige Zuordnung in die Interventions- (IG) bzw. Kontrollgruppe (KG). Nach der Randomisierung begannen die Hausärzte mit dem Einschluss der Patienten gemäß den Ein- und Ausschlusskriterien der Studie (18). Eine Verblindung der Teilnehmer war nicht möglich, da die Hälfte der Patienten der Kontrollgruppe zugeordnet und damit in kein Trainingsprogramm eingeschlossen wurde.

Intervention

Die Ärzte und jeweils einer ihrer MitarbeiterInnen nahmen an einem Workshop über 3,5 Stunden teil, der allgemeine Informationen zum Thema „Sturz“ und „Sturzrisiko-Assessment“ enthielt und für Interventions- und Kontrollpraxen gemeinsam durchgeführt wurde. Das Sturzpräventionsprogramm, das bereits publiziert wurde (25), umfasste auf Patientenebene ein 16-wöchiges angeleitetes Gruppentrainingsprogramm (1 Stunde/Woche) mit Kräftigungs- und Schnellkraftübungen, Gleichgewichtsübungen und Gangtraining mit steigendem Schwierigkeitsgrad sowie Verhaltenstraining, Verbesserung der Selbstwirksamkeit sowie Wahrnehmungs- und Funktionstraining. Das Programm wurde von geschulten Sturzpräventionstrainern (Physiotherapeuten oder Sportwissenschaftler) durchgeführt. Das Programm wurde bereits evaluiert (26) und gering modifiziert (25) (eTabelle 1). Die Patienten in der Kontrollgruppe (KG) erhielten kein strukturiertes Programm, um Stürzen vorzubeugen, sondern lediglich die Maßnahmen, die vom jeweiligen Arzt individuell verordnet wurden, da es aktuell im Bereich der Hausarztpraxen keine diesbezüglichen Leitlinien gibt (18).

Inhalte des 16-wöchigen Sturzpräventionsprogramms PreFalls
eTabelle 1
Inhalte des 16-wöchigen Sturzpräventionsprogramms PreFalls
Sturzbedingte Verletzungen
eTabelle 2
Sturzbedingte Verletzungen

Fallzahlplanung

Die Fallzahlplanung wurde mit der IcebergSim Software (Version: Beta 3.06, Bergel 2005–2006) durchgeführt, die es ermöglicht, die Intracluster-Korrelation mit einzubeziehen, die bei cluster-randomisierten Studien ein wesentlicher Aspekt ist. Die Fallzahlplanung basierte auf Annahmen bezüglich des Anteils von Individuen, die mindestens einen Sturz in einem Zeitraum von 12 Monaten erleiden würden. Basierend auf der Studie von Spice et al. (27) wurde ein Intracluster-Korrelationskoeffizient von 0,02 angenommen und von einer Cluster-Größe von 10 ausgegangen. Damit sollten etwa 40 Cluster (insgesamt 382 Personen) eingeschlossen werden, um eine klinisch relevante Reduktion des Sturzrisikos von 33 % auf 20 % mit einer Power von 80 % bei einem zweiseitigen Signifikanzniveau von 5 % aufdecken zu können.

Statistische Analysen

Zur Bestimmung der Differenz in der kumulierten Anzahl von Stürzen pro Patient zwischen der Interventions- und der Kontrollgruppe über den Zeitraum von 12 Monaten wurde die Inzidenzrate bestimmt (primärer Endpunkt). Um die hierarchische Struktur in der cluster-randomisierten Studie (Patienten innerhalb der Arztpraxen) zu berücksichtigen, wurde ein verallgemeinertes gemischtes lineares Poisson-Modell verwendet (eKasten 2) (28). Der primäre Endpunkt wurde konfirmatorisch getestet, die sekundären Endpunkte wurden ohne Adjustierung für multiples Testen berechnet. Das relative Risiko, ein „Stürzer“ zu sein oder einen Sturz mit Verletzung zu erleiden, wurde über zwei allgemeine hierarchische lineare logistische Regressionsmodelle berechnet. Für jeden betrachteten sekundären Endpunkt wurde ein lineares gemischtes Modell mit drei Ebenen verwendet.

Weitere Informationen zur Statistik
eKasten 2
Weitere Informationen zur Statistik

Ergebnisse

Es nahmen 40 Hausarztpraxen an der Studie teil. Sieben Hausarztpraxen schieden nach der Randomisierung aus, bevor sie Patienten rekrutierten. In 33 Praxen wurden insgesamt 378 Patienten eingeschlossen (65–94 Jahre, Durchschnittsalter 78,1 ± 5,9 Jahre, 285 Frauen). Der Rekrutierungszeitraum war Juli 2009 bis März 2010. Die Gründe für einen Studienabbruch der Teilnehmer (n = 78 Patienten) wurden dokumentiert (Grafik 1).

Das Sturzpräventionsprogramm wurde in Kooperation mit den teilnehmenden Hausarztpraxen in der Wohnumgebung der Patienten organisiert. In jeder Trainingsgruppe nahmen vier bis zwölf Patienten teil. Insgesamt nahmen 181 Patienten (82 %) an mehr als zehn Trainingsstunden teil. 46 % der Patienten (101 von 222 Patienten) führten das Heimtrainingsprogramm mehr als 10-mal durch (im Durchschnitt 6,7-mal). Es wurden keine unerwünschten Effekte durch das Trainingsprogramm beobachtet (Grafik 1).

Über 50 % der Patienten berichteten zu Beginn der Studie mindestens einen Sturz im vorangegangenen Jahr. Weitere Komorbiditäten sind in Tabelle 1 dargestellt.

Baseline-Daten
Tabelle 1
Baseline-Daten

Während des Beobachtungszeitraums von zwölf Monaten ereigneten sich 291 Stürze in der IG (n = 222) im Vergleich zu 367 Stürzen in der KG (n = 156). In der IG berichteten 58,1 % der Teilnehmer (n = 129) keinen Sturz im Verlauf der zwölf Monate im Vergleich zu 50,6 % in der KG (n = 79).

Das lineare gemischte Modell zeigte eine signifikant geringere Inzidenzrate (IRR) für Stürze (IRR: 0,54; 95-%-Konfidenzintervall [KI]: [0,35; 0,84]; p = 0,007) in der IG im Vergleich zur KG (Tabelle 2). Gemäß den Änderungen in den aktualisierten Guidelines von der American Geriatrics Society und der British Geriatrics Society (14) wurde ein „Stürzer“ als eine Person definiert, die mehr als einen Sturz im Zeitraum von zwölf Monaten oder mindestens einen Sturz mit einer sturzbedingten Verletzung berichtete. 70 der 156 Patienten in der KG waren Stürzer (44,9 %) im Vergleich zu 73 von 222 Patienten (32,8 %) in der IG. Das Odds Ratio (OR), ein Stürzer zu sein, war in der IG signifikant geringer im Vergleich zur KG (OR: 0,52, 95-%-KI: [0,29; 0,91], p = 0,021). Innerhalb des zwölfmonatigen Beobachtungszeitraums konnten bei 479 von 658 Stürzen weitere Informationen über sturzbedingte Verletzungen per Telefoninterview erhoben werden. In der KG berichteten 59 von 156 (37,8 %) Patienten von mindestens einer sturzbedingten Verletzung im Vergleich zu 63 von 222 (28,4 %) Patienten in der IG. Die Inzidenzrate für eine sturzbedingte Verletzung war in der IG signifikant geringer als in der KG (IRR: 0,66; 95-%-KI: [0,42; 0,94]; p = 0,033). Nach Adjustierung für Baseline-Unterschiede bei der körperlichen Funktion betrug die IRR für Stürze 0,68 (95-%-KI: [0,42; 1,22]) und für sturzbedingte Verletzungen 0,79 (95-%-KI: [0,49; 1,33]). Eine Sensitivitätsanalyse für den Parameter „Stürzer“ war statistisch nicht durchführbar. In die Sensitivitätsanalysen konnten aufgrund fehlender Werte bei der körperlichen Funktion nur 350 von 378 Patienten eingeschlossen werden.

Inzidenz von Sturzereignissen über den Zeitraum von 12 Monaten in der Interventions- und Kontrollgruppe
Tabelle 2
Inzidenz von Sturzereignissen über den Zeitraum von 12 Monaten in der Interventions- und Kontrollgruppe

Die Patienten der IG zeigten leichte Verbesserungen im TUG, wohingegen die Patienten der KG deutlich mehr Zeit benötigten (p = 0,014). Kein signifikanter Unterschied zeigte sich in der benötigten Zeit beim CST zwischen IG und KG (p = 0,466). Allerdings waren nach zwölf Monaten 20 von 114 (17,5 %) Patienten der KG nicht mehr in der Lage, 5-mal vom Stuhl aufzustehen im Vergleich zu 12 von 184 (6,5 %) Patienten der IG. Die Gleichgewichtsfähigkeit im mRomberg-Test verbesserte sich in der IG signifikant im Vergleich zur KG (p = 0,037) (Tabelle 3). Zu Beginn der Intervention konnten 100 von 179 (55,9 %) Patienten der IG alle drei Balance-Tests erfolgreich bewältigen im Vergleich zu 64 von 105 (60,9 %) Patienten der KG. Nach zwölf Monaten waren es 115 von 179 (64,2 %) Patienten der IG im Vergleich zu 54 von 105 (51,4 %) Patienten der KG, die alle Tests erfolgreich absolvierten. Die Sturzangst reduzierte sich in der IG signifikant (p = 0,022) (Tabelle 3).

Sturzrisiko-Assessment (körperliche Funktion) und Sturzangst
Tabelle 3
Sturzrisiko-Assessment (körperliche Funktion) und Sturzangst

Diskussion

Die Ergebnisse der PreFalls- (Prevent Falls-)Studie bestätigen, dass die Implementierung eines Sturzpräventionsprogramms, das im Setting von Hausarztpraxen durchgeführt wurde, signifikant die Anzahl von Stürzen pro Person, die Anzahl der „Stürzer“ und die Inzidenzrate von sturzbedingten Verletzungen bei selbstständig lebenden älteren Personen mit erhöhtem Sturzrisiko reduzieren kann im Vergleich zu Personen, die eine übliche Behandlung erhalten. Das Sturzpräventionsprogramm bestand dabei aus einem 16-wöchigen Gruppentraining, das vor allem auf die Verbesserung der motorischen Fähigkeiten ausgerichtet war, in Kombination mit einem individualisierten Heimtrainingsprogramm.

Über den Beobachtungszeitraum von zwölf Monaten ereigneten sich 291 Stürze in der Interventionsgruppe und 367 Stürze in der Kontrollgruppe mit einer signifikant niedrigeren Inzidenzrate für Stürze in der IG im Vergleich zur KG und einem signifikant niedrigeren Odds Ratio, ein „Stürzer“ zu sein. Die Effekte von PreFalls waren damit deutlicher als die Ergebnisse eines zwölfmonatigen Sturzpräventionsprogramms, das von Lord et al. beschrieben wurde, die 31 % weniger Stürze in der Interventionsgruppe berichteten. Allerdings war die Adhärenz der Teilnehmer in dem Programm eher mäßig (29). In einem Review von Sherrington zeigten sich größere Effekte bei Interventionsprogrammen, die vor allem Gleichgewichtsübungen mit zunehmende Schwierigkeitsgrad sowie individuell ausgerichtete Übungen (bezüglich Intensität und Typ der Übung) und weniger ein Gehtraining einbezogen (30). Diese Aspekte wurden im Studiendesign von PreFalls berücksichtigt. Ergänzend wurden Best-Practice-Empfehlungen für Personen mit hohem Sturzrisiko einbezogen (kleine Gruppengröße, enge Supervision) (31). Die Ergebnisse bestätigen, dass das Setting von Hausarztpraxen erfolgversprechend ist, um eine Sturzprävention bei älteren Personen durchzuführen. Hausärzte haben einen direkten Zugang zu älteren Personen mit hohem Sturzrisiko und können ihren Patienten die Kontakte zu effektiven Sturzpräventionsprogrammen vermitteln. Dieses Vorgehen bietet eine Ergänzung zu den bisherigen Empfehlungen des Cochrane Reviews (12).

Zusätzlich zeigten die Patienten der IG im Vergleich zur KG signifikante Verbesserungen der körperlichen Funktion, die über den TUG erhoben wurde. Ein Deckeneffekt wurde eventuell beim CST und beim mRomberg-Test beobachtet. Beim CST waren Personen mit niedrigen Ausgangswerten teilweise nicht mehr in der Lage, den Test am Ende des Beobachtungszeitraums komplett durchzuführen (32).

In den letzten Jahren wurde die große Bedeutung der körperlichen Leistungsfähigkeit im Hinblick auf das Sturzrisiko gezeigt (12). Deshalb bestätigen die Ergebnisse der körperlichen Funktion, die zusätzlich zu den Verbesserungen beim primären Endpunkt erreicht wurden, die positiven Effekte des durchgeführten Sturzpräventionsprogramms.

Etwa 43 % der selbstständig lebenden älteren Personen haben Bedenken zu stürzen (6) und 16 % der Personen, die gestürzt sind, berichten, dass sie ihre normale körperliche Aktivität wegen der Angst vor Stürzen reduzieren (33). In unserer Studie war die Sturzangst in der Interventionsgruppe nach 12 Monaten signifikant geringer (6).

Limitationen

Im Allgemeinen hat die Durchführung von Studien im Setting von Hausarztpraxen Auswirkungen auf das Studiendesign. Dies verbessert aber die Übertragbarkeit der Ergebnisse in den Praxisalltag. In dieser Studie wurde der „typische ältere Patient“ von Hausarztpraxen ohne weitere Ausschlusskriterien eingeschlossen, um ein Trainingsprogramm zu untersuchen, das für eine große Anzahl von älteren Personen mit erhöhtem Sturzrisiko relevant ist. Wir können nicht ausschließen, dass die beteiligten Hausärzte in der Interventionsgruppe Patienten mit besserer körperlicher Verfassung im Vergleich zur Kontrollgruppe eingeschlossen haben.

Eine Verblindung der Teilnehmer war nicht möglich, da die Hälfte der Personen der Kontrollgruppe zugeordnet war und damit in keine Trainingsintervention eingeschlossen wurde. Das Sturzrisiko-Assessment wurde von geschultem Personal der beteiligten Hausarztpraxen durchgeführt, die ansonsten nicht in die Studie involviert waren.

Schlussfolgerung

Die Studie zeigt, dass Hausarztpraxen ein günstiges Setting sind, um ein auf Verbesserung der motorischen Fähigkeiten ausgerichtetes Sturzpräventionsprogramm zu implementieren, das Stürze bei älteren, selbstständig lebenden Personen mit erhöhtem Sturzrisiko verhindern soll.

Interessenkonflikt
Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Förderung: Die Studie wurde vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege gefördert (Gesund.Leben.Bayern.) (LP 00110, Pr.Nr. 09–10).

Manuskriptdaten
eingereicht: 27. 10. 2015, revidierte Fassung angenommen: 1. 2. 2016

Anschrift für die Verfasser
Monika Siegrist, PhD
Lehrstuhl und Poliklinik für Präventive und Rehabilitative Sportmedizin
Technische Universität München
Georg-Brauchle-Ring 56–58, 80992 München
siegrist@sport.med.tum.de

Zitierweise
Siegrist M, Freiberger E, Geilhof B, Salb J, Hentschke C, Landendoerfer P, Linde K, Halle M, Blank WA: Fall prevention in a primary care setting—the effects of a targeted complex exercise intervention in a cluster randomized trial. Dtsch Arztebl Int 2016; 113: 365–72. DOI: 10.3238/arztebl.2016.0365

@The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de

Zusatzmaterial
eKästen und eTabellen
:
www.aerzteblatt.de/16m0365 oder über QR-Code

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Lehrstuhl und Poliklinik für Präventive und Rehabilitative Sportmedizin, Technische Universität München, München: Dr. phil. Siegrist, B. Geilhof, Prof. Dr. med. Halle
Institut für Biomedizin des Alterns, Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen/Nürnberg:
PD Dr. phil. Freiberger, J. Salb
Institut für Sportwissenschaft und Sport, Universität Erlangen-Nürnberg, Nürnberg: C. Hentschke
Institut für Allgemeinmedizin, Technische Universität München, München: Dr. med. Landendoerfer;
Prof. Dr. med. Linde, Dr. med. Blank
DZHK (Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung), Standort München (Munich Heart Alliance), München und Else Kröner-Fresenius-Präventionszentrum, Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München, München: Prof. Dr. med. Halle
Verlauf der Studie
Grafik 1
Verlauf der Studie
Baseline-Daten
Tabelle 1
Baseline-Daten
Inzidenz von Sturzereignissen über den Zeitraum von 12 Monaten in der Interventions- und Kontrollgruppe
Tabelle 2
Inzidenz von Sturzereignissen über den Zeitraum von 12 Monaten in der Interventions- und Kontrollgruppe
Sturzrisiko-Assessment (körperliche Funktion) und Sturzangst
Tabelle 3
Sturzrisiko-Assessment (körperliche Funktion) und Sturzangst
Weitere Informationen zu den sekundären Endpunkten
eKasten 1
Weitere Informationen zu den sekundären Endpunkten
Weitere Informationen zur Statistik
eKasten 2
Weitere Informationen zur Statistik
Inhalte des 16-wöchigen Sturzpräventionsprogramms PreFalls
eTabelle 1
Inhalte des 16-wöchigen Sturzpräventionsprogramms PreFalls
Sturzbedingte Verletzungen
eTabelle 2
Sturzbedingte Verletzungen
1. Speechley M, Tinetti M: Falls and injuries in frail and vigorous community elderly persons. J Am Geriatr Soc 1991; 39: 46–52 CrossRef
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3. Peel NM, Kassulke DJ, McClure RJ: Population based study of hospitalised fall related injuries in older people. Inj Prev 2002; 8: 280–3 CrossRef PubMed Central
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6.Tinetti ME, Mendes de Leon CF, Doucette JT, Baker DI: Fear of falling and fall-related efficacy in relationship to functioning among community-living elders. J Gerontol 1994; 49: M140–7 CrossRef MEDLINE
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9.Yardley L, Donovan-Hall M, Francis K, Todd C: Older people’s views of advice about falls prevention: a qualitative study. Health Educ Res 2006; 21: 508–17 CrossRef MEDLINE
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22.Shumway-Cook A, Brauer S, Woollacott M: Predicting the probability for falls in community-dwelling older adults using the Timed Up & Go Test. Phys Ther 2000; 80: 896–903 MEDLINE
23.Guralnik JM, Ferrucci L, Simonsick EM, Salive ME, Wallace RB: Lower-extremity function in persons over the age of 70 years as a predictor of subsequent disability. N Engl J Med 1995; 332: 556–61 CrossRef MEDLINE
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