ArchivDeutsches Ärzteblatt22-23/2016Transkatheter-Aortenklappen-Ersatz: Gute Option auch bei intermediärem Operationsrisiko

MEDIZINREPORT: Studien im Fokus

Transkatheter-Aortenklappen-Ersatz: Gute Option auch bei intermediärem Operationsrisiko

Dtsch Arztebl 2016; 113(22-23): A-1109 / B-931 / C-915

Vetter, Christine

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Durch frühere Studien ist belegt, dass der kathetergeführte Aortenklappenersatz (TAVI, transcatheter aortic-valve implantation) bei Hochrisikopatienten dem chirurgischen Vorgehen mindestens ebenbürtig ist. Ob dies auch bei Patienten mit intermediärem Risiko der Fall ist, wurde in einer randomisierten multizentrischen Nichtunterlegenheitsstudie bei 2 032 Patienten mit schwerer Aortenklappenstenose und intermediärem Operationsrisiko untersucht (PARTNER 2). Primärer Endpunkt war die Gesamtmortalität oder ein Schlaganfall mit bleibenden Behinderungen nach zwei Jahren.

Zeit bis zum ersten Auftreten des primären Endpunkts bei Patienten mit schwerer Aortenklappenstenose und intermediärem Operationsrisiko
Zeit bis zum ersten Auftreten des primären Endpunkts bei Patienten mit schwerer Aortenklappenstenose und intermediärem Operationsrisiko
Grafik
Zeit bis zum ersten Auftreten des primären Endpunkts bei Patienten mit schwerer Aortenklappenstenose und intermediärem Operationsrisiko

Das Ergebnis: Die Ereignisrate war nach 2 Jahren mit 19,3 % in der TAVI-Gruppe und 21,1 % in der chirurgisch behandelten Patientengruppe vergleichbar, die TAVI war eindeutig nicht unterlegen (Hazard Ratio [HR] in der TAVI-Gruppe 0,89; 95-%-Konfidenzintervall [KI]: 0,73–1,09; p = 0,25; p = 0,001 für Nichtunterlegenheit). Die Patientengruppe mit transfemoralem Zugang für TAVI (76,3 %) hatte im primären Endpunkt sogar einen signifikanten Vorteil (HR: 0,79; 95-%-KI: 0,62–1,00; p = 0,05), beim transthorakalen Zugang waren die Ergebnisse in beiden Gruppen vergleichbar. In der TAVI-Gruppe kam es seltener zu einer akuten Nierenschädigung, einer schweren Blutung und einem neu aufgetretenen Vorhofflimmern. Dagegen wurden in der Gruppe mit operativem Klappenersatz seltener paravalvuläre Lecks registriert und es traten seltener vaskuläre Komplikationen auf.

Fazit: Die Studie bestätigte die Ergebnisse großer Register, dass TAVI auch bei intermediärem Operationsrisiko zumindest gleichwertig und bei transfemoralem Zugang im Vergleich zur konventionellen Operation sogar überlegen ist, erläutert Prof. Dr. med. Christian Hamm, Direktor der Medizinischen Klinik I der Universität Gießen und der Abteilung für Kardiologie an der Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim. „Aufgrund der niedrigeren Rate von Tod oder schwerem Schlaganfall ist die transfemorale TAVI jetzt als die bevorzugte Technik auch bei mittlerem Eingriffsrisiko etabliert. Studien mit Patienten, die ein niedriges Risiko haben, sind bereits aufgelegt“, so Hamm. Christine Vetter

Leon MB, Mack MJ, Makkar RR, et al.: Transcatheter or surgical aortic-valve replacement in intermediate-risk patients. N Engl J Med 2016; 374: 1609–20.

Zeit bis zum ersten Auftreten des primären Endpunkts bei Patienten mit schwerer Aortenklappenstenose und intermediärem Operationsrisiko
Zeit bis zum ersten Auftreten des primären Endpunkts bei Patienten mit schwerer Aortenklappenstenose und intermediärem Operationsrisiko
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Zeit bis zum ersten Auftreten des primären Endpunkts bei Patienten mit schwerer Aortenklappenstenose und intermediärem Operationsrisiko

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