ArchivDeutsches Ärzteblatt PP6/2016Mobile Technologien: Unterstützung des Therapiefortschritts

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Mobile Technologien: Unterstützung des Therapiefortschritts

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Immer mehr Menschen besitzen ein Handy, ein Smartphone oder datenerfassende Armbänder. Amerikanische Psychiater um Oliver Lindhiem von der University of Pittsburgh (USA) haben mithilfe von 25 Studien eine Metaanalyse durchgeführt, um herauszufinden, wie sich mobile Technologien in der Psychotherapie einsetzen und welche Effekte sich dadurch erzielen lassen. Die Anwendungen (Apps) auf mobilen Geräten ermöglichen im Rahmen von Psychotherapien beispielsweise viele schnelle und unkomplizierte Kontakte zwischen Therapeut und Patient. Sie geben Warnungen (Alarm) bei der Erreichung von Grenzwerten ab und erinnern an die Durchführung von Übungen oder an die Dateneingabe. Sie helfen den Patienten beim Transfers von Wissen und Fertigkeiten, die in der Therapie erlernt wurden, in ihren Alltag. Zudem ermöglichen sie die aktuelle Erhebung und Weiterleitung von Messwerten durch den Patienten. Dadurch werden zum Beispiel schnellere Reaktionen auf ungünstige Krankheits- und Therapieverläufe ermöglicht. „Die Analyse der Therapieeffekte zeigte, dass in Therapien, bei denen mobile Technologien unterstützend eingesetzt wurden, bessere Therapieerfolge erzielt werden konnten als in Therapien ohne mobile Technologien“, berichten Lindhiem und Kollegen. Dieser Befund war unabhängig von der Art und Schwere der Erkrankung, der Art der Psychotherapie und anderen Faktoren. Angesichts dieser eindeutigen Vorteile von mobilen Technologien plädieren die Autoren dafür, sie verstärkt in Psychotherapien einzusetzen. Besonders positive Wirkungen erwarten die Autoren im Bereich der Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen, die ja in der Regel Digital Natives sind und für die ein Handy oder Smartphone selbstverständlich zum Leben dazugehört. Diese Patientengruppe ist wahrscheinlich besonders leicht für den Einsatz mobiler Technologien zu gewinnen. ms

Lindhiem O, Bennett C, Rosen D, Silk J: Mobile technology boosts the effectiveness of psychotherapy and behavioral interventions. Behavior Modification 2015; 39(6): 785–804.

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