Supplement: Perspektiven der Pneumologie & Allergologie

COPD-Patienten: Inhalative Kortikosteroide: Kein signifikanter Nutzen

Dtsch Arztebl 2016; 113(24): [33]

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Die neue Post-hoc-Analyse der WISDOM (Withdrawal of Inhaled Steroids During Optimised Bronchodilator Management)-Studie von Boehringer Ingelheim gibt Hinweise darauf, dass die Anwendung von inhalativen Kortikosteroiden (ICS) zusätzlich zu einer Therapie mit Tiotropium (Spiriva, einmal täglich 18 µg Tiotropium verabreicht im HandiHaler) und einem langwirksamen Beta-2-Agonisten (LABA; zweimal täglich 50 µg Salmeterol) bei 80 % der untersuchten Patienten keinen größeren Nutzen bezüglich der Senkung des Exazerbationsrisikos hat. Zur Identifizierung der kleinen Subgruppe derjenigen Patienten (GOLD C/D), denen zusätzliche inhalative Kortikosteroide nützen könnten, scheinen die Spiegel bestimmter weißer Blutkörperchen beitragen zu können. Diese sogenannten eosinophilen Granulozyten (kurz: Eosinophile) werden mit Hilfe eines routinemäßigen Bluttests bestimmt.

Nur Patienten mit schwerer bis sehr schwerer COPD, einer Exazerbationshistorie und ausreichender Bronchodilatation scheinen einen Nutzen von zusätzlichen ICS zu haben, wenn ihre Eosinophilen-Spiegel bei mindestens 300 Zellen/µl (≥ 4%) liegen. Patienten mit Werten unter 300 Zellen/µl (≤ 4 %) sprachen nicht statistisch signifikant auf ICS an.

Diese Post-hoc-Analyse ist online in der Fachzeitschrift The Lancet Respiratory Medicine veröffentlicht.

„Langwirksame Bronchodilatatoren sind eine tragende Säule der COPD-Behandlung. ICS werden ausschließlich bei schwerer COPD und rezidivierenden Exazerbationen empfohlen. Dennoch werden ICS in der klinischen Praxis auf breiter Front über alle COPD-Stadien hinweg eingesetzt“, erklärt PD Dr. med. Henrik Watz, Autor der Post-hoc-Analyse und Lungenfacharzt am Pneumologischen Forschungsinstitut an der LungenClinic Grosshansdorf. „Bis jetzt war es schwierig, die Subgruppe der Patienten zu ermitteln, die wirklich auf ICS ansprechen. Die aktuellen Ergebnisse werden Ärzten helfen, diejenigen Patienten sicher zu identifizieren, die von der ICS-Therapie profitieren.“

Die WISDOM-Studie untersuchte über 52 Wochen die Auswirkungen des schrittweisen Absetzens von ICS bei Patienten mit schwerer bis sehr schwerer COPD und einer Exazerbationshistorie.

Quelle: Boehringer Ingelheim GmbH
www.boehringer-ingelheim.com

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