ArchivDeutsches Ärzteblatt24/2016GOÄ-Ratgeber: Abrechnung der endovenösen Radiofrequenzobliteration der Stammvenen

PRIVATABRECHNUNG

GOÄ-Ratgeber: Abrechnung der endovenösen Radiofrequenzobliteration der Stammvenen

Gorlas, Stefan

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Wird bei einem Patienten mit einer einseitigen Stammvarikosis der Vena saphena magna eine endovenöse Radiofrequenzobliteration der Vena saphena magna von der Leiste bis zum distalen Insuffizienzpunkt mit Ausschaltung mehrerer Seitenäste vorgenommen, ist diese Leistung mit einem Analogansatz der Nrn. 2883 GOÄ (Originäre Leistungslegende: „Crossektomie der Vena saphena magna oder parva und Exstirpation mehrerer Seitenäste“) und 2881 GOÄ (Originäre Leistungslegende: „Varizenexhairese, einseitig“) berechnungsfähig. Werden zusätzlich Venae perforantes unterbrochen, kann anstelle der Nr. 2881 GOÄ die Nr. 2882 GOÄ analog (Originäre Leistungslegende: „Varizenexhairese mit Unterbrechung der Vv. perforantes, einseitig“) abgerechnet werden.

Einige Kostenträger vertreten hierzu die Auffassung, dass eine Crossektomie mittels Leistenschnitt gemäß der Leistungslegende der Nr. 2883 GOÄ nicht durchgeführt wird und damit diese Gebührennummer, auch im Analogansatz, nicht berechnungsfähig sei.

Es ist zutreffend, dass die Radiofrequenzobliteration zwar nahe der Crosse in der Vena saphena beginnt und dann bis zum distalen Insuffizienzpunkt fortgeführt wird, eine Crossektomie jedoch formal nicht erfolgt. Allerdings handelt es sich in unserem Beispielfall auch nicht um einen konventionellen, sondern um einen analogen Ansatz der Nr. 2883 GOÄ.

Anzeige

Gemäß § 6 Abs. 2 GOÄ kann ein solcher Analogansatz für nicht in das Gebührenverzeichnis aufgenommene Leistungen entsprechend einer nach Art, Kosten- und Zeitaufwand gleichwertigen Leistung des Gebührenverzeichnisses erfolgen. Die GOÄ fordert somit bei einem Analogansatz keine gleichartige Leistung, was auch nicht möglich ist, da bei einer gleichartigen Leistung kein Analogansatz nötig und möglich wäre, sondern eine gemäß den vorgenannten drei Kriterien gleichwertige Leistung.

Eine derartige Gleichwertigkeit einer offenen chirurgischen Crossektomie der Vena saphena magna inklusive deren Exhairese bis zum distalen Insuffizienzpunkt und einer endovenösen Radiofrequenzobliteration dieses Gefäßes von der Leiste bis zum distalen Insuffizienzpunkt ist aber nach Art, Kosten- und Zeitaufwand gegeben. Dr. med. Stefan Gorlas

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote

    GOÄ-Ratgeber