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Wir begrüßen die positiven Rückmeldungen und die Anerkennung für die S3-Leitlinie Palliativmedizin, die in den Stellungnahmen von Kratz und Diefenbacher sowie von Wörz zum Ausdruck kommen.

Kratz und Diefenbacher bestätigen, dass das Erkennen und Behandeln eines Delirs in der Sterbephase eine wichtige klinische Aufgabe ist. Sie weisen darauf hin, dass es in der palliativen Versorgung von Krebspatienten besonders auf die Prävention des Delirs ankommt und empfehlen den Einsatz eines geschulten Delirpflegers. Inwiefern diese Empfehlungen der Prophylaxe eines postoperativen Delirs auf die Sterbephase übertragen werden können, müsste jedoch erst untersucht werden, bevor daraus Empfehlungen abgeleitet werden können.

Wörz weist darauf hin, dass die Empfehlung einer Obstipationsprophylaxe bei einer Opioidtherapie nur mit Einschränkungen gelte. Empfehlungen einer Leitlinie dürfen nie „unkritisch übernommen“ werden; daher gibt es auch keine Schlüsselempfehlung mit der Formulierung „müssen“; die stärkste Empfehlungsstärke ist daher „sollen“. Abweichungen von diesen Empfehlungen sollten dann aber gut begründet sein.

Die Schlüsselempfehlung zur Obstipationsprophylaxe lautet: „Bei Patienten mit einer nichtheilbaren Krebserkrankung soll eine medikamentöse Prophylaxe beim Einsatz von Opioiden begonnen und im weiteren Verlauf regelmäßig dem Bedarf angepasst werden.“ Für die große Mehrheit der Patienten, die mit Opioiden behandelt werden, gilt diese Empfehlung. Eine der wenigen Ausnahmen wurde erwähnt (Diarrhö), bei der zunächst keine Obstipationsprophylaxe durchgeführt werden soll – dies ist dann regelmäßig im Verlauf zu überprüfen. Das Fehlen einer Obstipation unter Opioidtherapie darf keinesfalls automatisch zum Absetzen der Obstipationsprophylaxe führen, sondern ist in aller Regel ein Erfolg ebendieser Obstipationsprophylaxe. Diese Schlüsselempfehlung ist unseres Erachtens für den klinischen Alltag äußerst relevant, da die Obstipationsprophylaxe bei der Behandlung mit Opioiden oft vergessen wird.

DOI: 10.3238/arztebl.2016.0434

Für die Autoren:

PD Dr. med. Steffen T. Simon

Uniklinik Köln, Zentrum für Palliativmedizin, Köln

steffen.simon@uk-koeln.de

Interessenkonflikt

PD Dr. Simon erhielt Studienunterstützung (Drittmittel) von den Firmen
Teva GmbH und Otsuka GmbH.

1.
Bausewein C, Simon ST, Pralong A, Radbruch L, Nauck F, Voltz R: Clinical practice guideline: Palliative care of adult patients with cancer. Dtsch Arztebl Int 2015; 112: 863–70. VOLLTEXT
1.Bausewein C, Simon ST, Pralong A, Radbruch L, Nauck F, Voltz R: Clinical practice guideline: Palliative care of adult patients with cancer. Dtsch Arztebl Int 2015; 112: 863–70. VOLLTEXT

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