ArchivDeutsches Ärzteblatt26/1999Metoprolol CR/Zok: Optimierung der Basistherapie

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Metoprolol CR/Zok: Optimierung der Basistherapie

Blaeser-Kiel, Gabriele

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LNSLNS Die Überlebenschance von Herzinsuffizienz-Patienten ist statistisch signifikant besser, wenn sie zusätzlich zur empfohlenen Standardtherapie mit ACE-Hemmern beziehungsweise AT1-Antagonisten sowie Diuretika und eventuell Digitalis den kardioselektiven Beta-Rezeptorenblocker Metoprolol CR/ Zok erhalten. Diese Schlußfolgerung erlaubt die Auswertung der Daten von MERIT-HF (Metoprolol CR/ XL Randomized Intervention Trial in Heart Failure). Das Ergebnis wurde vom europäischen Studienleiter Prof. Åke Hjalmarson (Göteborg) beim 48. Kongreß des American College of Cardiology in New Orleans vorgestellt. Die eigentlich auf drei Jahre angelegte europäisch/US-amerikanische Untersuchung war im Herbst 1998 vorzeitig aufgrund des bereits bei einer Zwischenanalyse erkennbaren statistisch signifikanten Unterschieds zwischen den Patienten-Gruppen abgebrochen worden. Nach einer mittleren Medikationsdauer von einem Jahr hatte im Kollektiv der mit Metoprolol CR/Zok behandelten Patienten die Gesamtletalität 7,2 Prozent und in der Kontrollgruppe elf Prozent betragen. Das bedeutet eine relative Risikoreduktion um 34 Prozent. Die Inzidenz aller kardiovaskulär bedingten Todesfälle war um 38 Prozent niedriger. Im Metoprolol-CR/ZokArm sind im Vergleich zum Plazebo-Arm signifikant weniger Patienten am plötzlichen Herztod (um 41 Prozent) oder infolge der Herzinsuffizienz-Progression (um 49 Prozent) gestorben. Die 3 991 Studienteilnehmer litten bei Einschluß an einer Herzinsuffizienz im NYHA-Stadium II bis IV mit einer Ejektionsfraktion von im Mittel 28 Prozent. Randomisiert doppelblind hatten sie zusätzlich zur bestmöglichen Basistherapie entweder Metoprolol in einer Darreichungsform mit kontrollierter Freisetzung (CR/Zok) oder Plazebo erhalten. Nach einer sechswöchigen Titrationsphase lag die Tagesdosis von Metoprolol CR/Zok im Mittel bei 159 mg, und in knapp zwei Dritteln der Fälle war die Zieldosis von 200 mg/Tag erreicht worden. Hjalmarson wies darauf hin, daß man die Daten von MERIT-HF nicht auf alle Beta-Rezeptorenblocker extrapolieren könne. Metoprolol sei beta1-selektiv und lipophil. Diese Eigenschaften hätten sich aus pathophysiologischer Sicht als vorteilhaft erwiesen. Zum Erfolg beigetragen habe wahrscheinlich auch die innovative galenische Darreichungsform.
Nach einmal täglicher Einnahme von Beloc-Zok® (Astra) wird Metoprolol protrahiert über einen Zeitraum von mehr als 20 Stunden ohne initiale und diurnale Wirkstoffspitzen freigesetzt und resorbiert. Dadurch wird eine kontinuierliche Kardioprotektion bei gleichzeitig vermindertem Risiko für unerwünschte Wirkungen erreicht. In MERIT-HF war die Therapieabbruchrate unter Plazebo sogar im Trend höher als unter Verum (15,5 Prozent versus 14,1 Prozent).
Gabriele Blaeser-Kiel


Ab sofort steht Metoprolol zur oralen Betablocker-Therapie ausschließlich in der Zok-Formulierung als BelocZok® zur Verfügung; es ersetzt damit alle bisherigen nichtparenteralen Darreichungsformen von Beloc® und Beloc-Duriles®.

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