ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2016Frage der Woche an . . . Ekkehard Mittelstaedt, Geschäftsführer des Bundesverbandes Gesundheits-IT (bvitg)

ÄRZTESTELLEN: Frage der Woche

Frage der Woche an . . . Ekkehard Mittelstaedt, Geschäftsführer des Bundesverbandes Gesundheits-IT (bvitg)

Dem aktuellen bvitg-Branchenbericht zufolge gehören für 98 Prozent der Krankenhäuser Computer zum Arbeitsleben dazu. Für die meisten Befragten sind demnach IT-Sicherheit und Interoperabilität wichtige Themen. Wo sehen Sie das größte Potenzial für die Zukunft, bei welchen Themen sind die Ärzte noch zurückhaltend?

Dtsch Arztebl 2016; 113(25): [4]

Glöser, Sabine

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Dem aktuellen bvitg-Branchenbericht zufolge gehören für 98 Prozent der Krankenhäuser Computer zum Arbeitsleben dazu. Für die meisten Befragten sind demnach IT-Sicherheit und Interoperabilität wichtige Themen. Wo sehen Sie das größte Potenzial für die Zukunft, bei welchen Themen sind die Ärzte noch zurückhaltend?

Mittelstaedt: Abgesehen von IT-Sicherheit haben Ärzte grundsätzlich eine hohe Sensibilität für Datenschutz und Datensicherheit. Im Gesundheitswesen geht es um besonders schützenswerte Daten. Daher ist eine verstärkte Auseinandersetzung mit diesen Themen notwendig.

So einig sich niedergelassene Ärzte und Kliniker bei diesen Themen sind, so unterschiedlich bewerten sie die Telemedizin. Während die Krankenhausärzte dem Thema mit 89 Prozent eine hohe Bedeutung beimessen, bewerten die niedergelassenen Ärzte mit 64 Prozent den Aspekt deutlich geringer. Jedoch muss ich bei diesem Ergebnis hinzufügen, dass im Vergleich zum Jahr 2012 Telemedizin signifikant an Bedeutung gewonnen hat.

Das größte Potenzial für die Zukunft sehen sowohl Krankenhäuser als auch niedergelassene Ärzte in der Vernetzung aller Akteure im Gesundheitswesen. Sowohl der sektorenübergreifenden Vernetzung, dem Aufbau der Tele­ma­tik­infra­struk­tur mit dem Einsatz der elektronischen Gesundheitskarte sowie der Möglichkeit mit dem Patienten direkt online zu kommunizieren messen mehr als 70 Prozent aller Befragten in Zukunft eine große Bedeutung bei.

Gleichzeitig müssen aktuelle und moderne IT-Themen in Deutschland immer noch um ihre Akzeptanz kämpfen. Während Krankenhausvertreter Big Data mit 72 Prozent eine steigende Bedeutung zumessen, sehen die niedergelassenen Ärzte das Potenzial von Big Data und Cloud Computing als gering an. Cloud Computing gehört im Hinblick auf eine künftige Relevanz im Gesundheitswesen zu den Schlusslichtern.

Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass Ärzte neuen Technologien grundsätzlich offen gegenüberstehen. Die Industrie sieht sich jedoch auch in der Pflicht, aktiv Mehrwerte aufzuzeigen und durch umfangreiche Aufklärung die Berührungsängste bei neuen IT-Themen zu minimieren. Dies hilft auch im Kontext der allseits bekannten Kosten-Nutzen-Frage: So merkten viele der Befragten an, dass ihnen die initialen Kosten bei IT-Investitionen als sehr hoch erscheinen und für sie im Vorfeld selten die Wirtschaftlichkeit neuer Anwendungen deutlich wird. IT-Anwendungen erklären und deren Potenziale aufzeigen – lautet die Handlungsanweisung für die Hersteller von Gesundheits-IT. sg

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