szmtag Morphologische Varianten vergessen
ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2016Morphologische Varianten vergessen
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Einige Anmerkungen zur gelungenen und wichtigen Übersichtsarbeit über sexuell übertragbare Infektionen halte ich für wichtig (1).

Bei den Erkrankungen, die durch genitale, anale, perianale oder orale Ulzera hervorgerufen werden, sollte auch das durch Haemophilus ducreyi verursachte Ulcus molle zumindest erwähnt werden. Neben der Differenzialdiagnose des weichen Schankers zur Syphilis sind morphologische Varianten der Erkrankung auch schwierig von einer Herpes-Infektion zu unterscheiden („dwarf chancroid“) (2). Eine aktuelle prospektive Untersuchung aus Paris zeigte in 3 % der Fälle genitaler Ulzera eine Infektion durch Haemophilus ducreyi (3). Die Erkrankung wird in der Regel nicht diagnostiziert. Einerseits werden die für die kulturelle Anzüchtung des mikroaerophil wachsenden Erregers die benötigten Komplexmedien nicht vorgehalten und zum anderen stehen Nukleinsäure-Amplikationsverfahren routinemäßig nicht zur Verfügung stehen (4).

Die Therapie Humaner Papillomavirus-Erkrankungen weist Fehler auf. Cyclosporin und 5-Fluoruracil finden in der Behandlung anogenitaler Warzen keine Anwendung. Zugelassene Substanzen zur Selbstbehandlung durch den Patienten, die von den großen STI-Gesellschaften CDC und IUSTI empfohlen werden, sind Imiquimod, Podophyllotoxin und der gereinigte Trockenextrakt aus Blättern des Grünen Tees mit der Wirksubstanz Epigallo-Catechingallat. Lediglich diese drei genannten Substanzen finden auch in der aktuellen Therapieguideline der CDC Erwähnung (5).

Die Kryotherapie zählt wie die Kürrettage oder die Behandlung mit dem Elektrokauter zu den chirurgischen Maßnahmen und somit zu den destruierenden Verfahren.

DOI: 10.3238/arztebl.2016.0460a

Prof. Dr. med. Dietrich Abeck

München

professorabeck@mytum.de

Interessenkonflikt

Prof. Abeck erhielt Honorare für Beratertätigkeiten, Erstattung von Teilnahmegebühren für einen Kongress, für Reise- und Übernachtungskosten sowie Honorare für einen Vortrag von Taurus Pharma.

1.
Wagenlehner FME, Brockmeyer NH, Discher T, Friese K, Wichelhaus TA: The presentation, diagnosis and treatment of sexually transmitted infections. Dtsch Arztebl Int 2016; 113: 11–22 VOLLTEXT
2.
Ballard RC, Abeck D, Korting HC, Dangor Y, Braun-Falco O: Morphologic variants of genital ulcer caused by Haemophilus ducreyi. Hautarzt 1989; 40: 443–7 MEDLINE
3.
Hope-Rapp E, Anyfantakis V, Fouéré S, et al.: Etiology of genital ulcer disease. A prospective study of 278 cases seen in an STD clinic in Paris. Sex Transm Dis 2010; 37: 153–8 CrossRef MEDLINE
4.
O’Farrel N, Lazaro N: UK National Guideline for the management of chancroid in 2014. Int J STD AIDS 2014; 25: 975–83 CrossRef MEDLINE
5.
Workowski KA, Bolan GA: Sexually transmitted diseases treatment guidelines, 2015. MMWR Recomm Rep 2015; 64: 1–137. MEDLINE
1.Wagenlehner FME, Brockmeyer NH, Discher T, Friese K, Wichelhaus TA: The presentation, diagnosis and treatment of sexually transmitted infections. Dtsch Arztebl Int 2016; 113: 11–22 VOLLTEXT
2.Ballard RC, Abeck D, Korting HC, Dangor Y, Braun-Falco O: Morphologic variants of genital ulcer caused by Haemophilus ducreyi. Hautarzt 1989; 40: 443–7 MEDLINE
3.Hope-Rapp E, Anyfantakis V, Fouéré S, et al.: Etiology of genital ulcer disease. A prospective study of 278 cases seen in an STD clinic in Paris. Sex Transm Dis 2010; 37: 153–8 CrossRef MEDLINE
4.O’Farrel N, Lazaro N: UK National Guideline for the management of chancroid in 2014. Int J STD AIDS 2014; 25: 975–83 CrossRef MEDLINE
5.Workowski KA, Bolan GA: Sexually transmitted diseases treatment guidelines, 2015. MMWR Recomm Rep 2015; 64: 1–137. MEDLINE

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