ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2016Frage der Woche an . . . Hardy Müller, Geschäftsführer des Aktionsbündnisses Patientensicherheit (APS)

ÄRZTESTELLEN: Frage der Woche

Frage der Woche an . . . Hardy Müller, Geschäftsführer des Aktionsbündnisses Patientensicherheit (APS)

Mit neuen Handlungsempfehlungen will das APS Krankenhäuser in ihrem Risikomanagement unterstützen und sich für einen optimalen Betrieb eines Berichts- und Lernsystems (CIRS) einsetzen? Worum geht es Ihnen konkret?

Dtsch Arztebl 2016; 113(26): [4]

Glöser, Sabine

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Mit neuen Handlungsempfehlungen will das APS Krankenhäuser in ihrem Risikomanagement unterstützen und sich für einen optimalen Betrieb eines Berichts- und Lernsystems (CIRS) einsetzen? Worum geht es Ihnen konkret?

Müller: Das klinische Risikomanagement in der Praxis auszubauen und damit die Patientensicherheit zu stärken ist ein wesentliches Ziel des Aktionsbündnisses Patientensicherheit. Wichtige Instrumente dafür sind Handlungsempfehlungen. Das sind Leitlinien, in denen die Standards für eine sichere Patientenversorgung gesetzt werden. Unsere Mitglieder aus allen Bereichen der Gesundheitsversorgung, Verbänden und Patientenorganisationen benennen drängende Fragen und erarbeiten solche Handlungsempfehlungen. Dieses Prinzip „Aus der Praxis – für die Praxis“ ist Kennzeichen und Qualitätsmerkmal für die Arbeit des APS.

Zum Betrieb eines klinischen Risikomanagements sind alle Einrichtungen im Gesundheitswesen verpflichtet. Oft ist allerdings die Frage, wie zentrale Begriffe definiert sind und was zu den Mindestanforderungen an ein solches System zählt. Unsere neue Handlungsempfehlung bietet dazu Definitionen und Orientierung. Sie wird es kaufmännischen, medizinischen und pflegerischen Führungskräften, Risikomanagern und -verantwortlichen ermöglichen, bestehende oder im Aufbau befindliche Risikomanagementsysteme bedarfsgerecht anzupassen.

Eine weitere neue Handlungsempfehlung beschreibt die Einrichtung und den erfolgreichen Betrieb eines CIRS. Die aktuelle Version ist eine Fortschreibung einer APS-Empfehlung aus dem Jahre 2007. Sie geht vor allem auf den erfolgreichen Betrieb eines Bericht- und Lernsystems ein. Sie bietet Hilfestellungen zur Erfüllung der gesetzlichen Auflagen und den weiteren Ausbau. Wir haben diese Handlungsempfehlung erstmals gemeinsam mit den Patientensicherheitsorganisationen in der Schweiz und Österreich erarbeitet. An dieser Kooperation lässt sich ersehen, dass es uns um einen systematischen Ausbau unserer Netzwerkarbeiten auch auf Ebene des Gesundheitssystems geht.

Anliegen und Erfordernisse der Patientensicherheit müssen stärker in den Verfahren und Strukturen des Gesundheitssystems berücksichtig werden. Derzeit behandelt der Gemeinsame Bundes­aus­schuss zum Beispiel eine Qualitätsmanagementrichtlinie mit Regelungen zum klinischen Risikomanagement oder auch Anforderungen an einrichtungsübergreifende Fehlermeldesysteme. Zeitpunkt und Inhalte der neuen APS-Handlungsempfehlungen leisten einen wichtigen Beitrag zu dieser Diskussion. sg

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