ArchivDeutsches Ärzteblatt27-28/2016GOÄ-Ratgeber: Auslagenersatz bei Testungen

PRIVATABRECHNUNG

GOÄ-Ratgeber: Auslagenersatz bei Testungen

Dtsch Arztebl 2016; 113(27-28): A-1328 / B-1116 / C-1096

Ulmer, Martin

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

In Abschnitt C V. GOÄ (Impfungen und Testungen) sind für die Durchführung von – zumeist allergologischen – Untersuchungen wie beispielsweise Epikutan–, Prick– oder Intrakutantestungen verschiedene Gebührenpositionen vorgesehen. Im Rahmen dieser Testungen wird regelmäßig auf Testpflaster, Testsalben oder Testlösungen zurückgegriffen, die die zu überprüfenden Substanzen enthalten. Inwieweit die Kosten hierfür gesondert berechnet werden können, richtet sich grundsätzlich nach § 10 GOÄ. Danach können neben den für die einzelnen ärztlichen Leistungen vorgesehenen Gebühren die Kosten für Arznei- und Verbandmittel und sonstige Materialien, die der Patient zur weiteren Verwendung behält oder die mit einer einmaligen Anwendung verbraucht sind, zum Einkaufspreis als Auslagenersatz berechnet werden. Damit die Abrechnung möglichst transparent ist, sind der Betrag und die Art der einzelnen Auslage anzugeben. Übersteigt der Betrag der einzelnen Auslage 25,56 €, ist der Beleg oder ein sonstiger Nachweis des Lieferanten nötig (§ 12 Abs. 2 Nummer 5 GOÄ).

Bei der Abrechnung von Testungen enthalten die Allg. Bestimmungen Nummer 4 und 5 zu Abschnitt C V. GOÄ jedoch Sonderregelungen, die die Berechnung von Auslagenersatz einschränken bzw. differenziert regeln. Folgende Fallgruppen können unterschieden werden:

Es ist vorgesehen, dass mit den Gebühren für die Leistungen nach den Nrn. 380 bis 382 (Epikutantest), 385 bis 387 (Pricktest), 388 und 389 (Reibe-, Scratch – oder Skarifikationstest), 390 und 391 (Intrakutantest) sowie 395 und 396 (Nasaler Schleimhautprovokationstest (auch beidseitig) mit mindestens dreimaliger apparativer Registrierung zur Ermittlung eines oder mehrerer auslösender Allergene mit Einzel– oder Gruppenextrakt) die Kosten abgegolten sind. Folglich können die im Rahmen dieser Untersuchungen erforderlichen Testpflaster, Testsalben, Testlösungen u. ä. nicht gesondert berechnet werden.

Anzeige

Für die Provokationstestungen nach den Nrn. 393 und 394 (Beidseitiger nasaler oder konjunktivaler Provokationstest zur Ermittlung eines oder mehrerer auslösender Allergene mit Einzel– oder Gruppenextrakt) sowie 397 und 398 (Bronchialer Provokationstest zur Ermittlung eines oder mehrerer auslösender Allergene mit Einzel– oder Gruppenextrakt mit apparativer Registrierung) ist geregelt, dass mit den Gebühren für die ärztlichen Leistungen lediglich die Kosten für serienmäßig lieferbare Testmittel abgegolten sind. Somit können die im Rahmen der Provokationstestungen benötigten Testsubstanzen, die nicht serienmäßig, sondern individuell für den jeweiligen Patienten hergestellt werden, zusätzlich als Auslagenersatz berechnet oder rezeptiert werden.

Für Leistungen, die in den Allg. Bestimmungen zu Abschnitt C V. GOÄ nicht genannt sind, gelten die Regelungen des § 10 GOÄ ohne Einschränkung, sodass in diesen Fällen die Testsubstanzen generell als Auslagenersatz in Rechnung gestellt oder rezeptiert werden dürfen. Dies betrifft kutane Testungen nach der Nummer 383 GOÄ, den Tuberkulinhauttest nach Mendel-Mantoux bzw. Stempeltestungen mit mehreren Antigenen nach der Nummer 384 GOÄ sowie den oralen Provokationstest, auch Expositionstest bei Nahrungsmittel– oder Medikamentenallergien nach der Nummer 399 GOÄ. Dipl.-Verw.Wiss. Martin Ulmer

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

GOÄ-Ratgeber