ArchivDeutsches Ärzteblatt27-28/2016Pflege: Internetportal will Qualität vergleichbar machen

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Pflege: Internetportal will Qualität vergleichbar machen

Dtsch Arztebl 2016; 113(27-28): A-1322

Maybaum, Thorsten; EB

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Angesichts der öffentlichen Debatte um die Bewertung und Veröffentlichung von Pflegequalität hat die Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen (BIVA) auf ihr Internetportal „Pflegegüte“ (www.pflegegüte.de) hingewiesen. Das Angebot, das einen differenzierten Einblick in die Qualität deutscher Pflegeangebote bietet, ist seit einem Jahr am Netz. Laut BIVA haben es im ersten Jahr rund 20 000 Menschen genutzt. Da die Internetseite erst seit kurzem beworben und bekanntgemacht werde, rechne man mit steigenden Nutzerzahlen.

Pflegeangebote will die Bundesinteressenvertretung BIVA mit dem Portal vergleichbar machen. Foto: dpa
Pflegeangebote will die Bundesinteressenvertretung BIVA mit dem Portal vergleichbar machen. Foto: dpa

Mit dem Angebot wolle man dazu beitragen, Menschen vor unzureichender und schlechter Pflege zu schützen, sagte BIVA-Vorsitzender Dr. oec. publ. Manfred Stegger. Zugleich werde das Ziel verfolgt‚ alle öffentlich verfügbaren Informationen, wie Zeitungsartikel oder die Besitzverhältnisse von Pflegeheimen, auf dem Portal zu bündeln. „Damit kann Pflegegüte auch als wichtige Datenquelle für Politiker und Journalisten dienen“, so Stegger weiter.

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Im Mittelpunkt des Portals stehen die Prüfergebnisse des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen für alle Pflegeeinrichtungen und ambulanten Dienste in Deutschland. Diese stellen derzeit die einzige flächendeckende Informationsquelle zur Pflegequalität in Deutschland dar. Eine Reform ist politisch beschlossen, die Umsetzung wird aber noch dauern. Die Kassen wenden jährlich für diese Prüfungen rund 100 Millionen Euro auf. Pflegegüte nutzt diese Daten und entwickelte eine alternative Darstellung der Prüfergebnisse, da die daraus abgeleiteten Schulnoten irreführend seien, heißt es. Stattdessen zeigt das Vergleichsportal, zu wie viel Prozent die geforderten Standards in einzelnen Pflegefragen erfüllt werden.

Stegger rät: „Sobald eine Einrichtung oder ein Pflegedienst keine 100 Prozent erreicht, sollten sich Pflegebedürftige und ihre Angehörigen näher erkundigen. Warum wurden Standards nicht erreicht? Wurden die Mängel abgestellt?“ Laut BIVA suchen jährlich rund 400 000 Menschen ein Pflegeheim. may/EB

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