ArchivDeutsches Ärzteblatt PP7/2016Fetales Alkoholsyndrom: Neue S3-Leitlinie für frühzeitige Diagnose

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Fetales Alkoholsyndrom: Neue S3-Leitlinie für frühzeitige Diagnose

PP 15, Ausgabe Juli 2016, Seite 292

Bühring, Petra

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Jedes Jahr kommen in Deutschland rund 2 000 Säuglinge mit dem Vollbild einer Fetalen Alkoholspektrum-Störung (FASD) zur Welt. „Die Erkrankung ist vollständig vermeidbar, wenn in der Schwangerschaft ganz auf Alkohol verzichtet wird“, erklärt die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU). Ihr liege es „ganz besonders am Herzen“, Prävention und Diagnostik von FASD zu fördern und die Versorgung und Integration der Betroffenen zu verbessern. Bisher würden Menschen mit FASD häufig über lange Zeit nicht oder fehldiagnostiziert. Die Drogenbeauftragte hat deshalb eine S3-Leitlinie auf den Weg gebracht, die Ärzte und Psychotherapeuten unterstützen soll, FASD zu erkennen. Daneben wurde auch ein Pocket-Guide entwickelt, der das wichtigste aus der Leitlinie zusammenfasst.

In der Schwangerschaft sollte auf Alkohol vollständig verzichtet werden. Foto: picture alliance
In der Schwangerschaft sollte auf Alkohol vollständig verzichtet werden. Foto: picture alliance

Die Gehirnschädigung des ungeborenen Kindes durch die Alkohol-Exposition im Mutterleib ist irreversibel und persistiert lebenslang. „Eine frühe Diagnose, eine adäquate Förderung und ein stabiles Umfeld können jedoch die Prognose positiv beeinflussen“, erklärt die Leitlinienkoordinatorin, Dr. med. Dipl.-Psych. Mirjam Landgraf. Durch einheitliche diagnostische Kriterien für FASD, die in der S3-Leitlinie bereitgestellt werden, könnten betroffene Kinder und Jugendliche frühzeitiger diagnostiziert, in ihrer Entwicklung gefördert und damit deren Langzeit-Out-come hinsichtlich des alltäglichen Funktionsniveaus in der Gesellschaft verbessert werden. Zudem würden Fehldiagnosen vermieden und Pflege-, Adoptiv- und biologische Eltern frühzeitig und adäquat unterstützt werden.

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Die S3-Leitlinie im Internet:
http://d.aerzteblatt.de/CP92

Der Pocketguide im Internet:
http://d.aerzteblatt.de/GY96 PB

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