KULTUR

Kulturkalender: Zwischen König und Kirche

PP 15, Ausgabe Juli 2016, U3

Schuchart, Sabine

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Jeden Monat stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.

BERLIN

1. Juli bis 30. Oktober

© Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie, Foto: Jörg P. Anders
© Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie, Foto: Jörg P. Anders

El Siglo de Oro

Der faszinierende Reichtum der Malerei und Bildhauerei im Spanien des 17. Jahrhunderts entfaltet sich diesen Sommer in Berlin. Entlang der Zentren Toledo, Valencia, Sevilla und Madrid untersucht die Ausstellung die Entwicklung der Bildsprache im Spannungsfeld zwischen König und Kirche in diesem goldenen Zeitalter der spanischen Kunst – im „El Siglo de Oro“. Mehr als 130 Meisterwerke, unter anderem von Velázquez (Foto: Bildnis einer Dame, um 1630/33), El Greco, Zurbarán, Ribera und Murillo sowie in Deutschland weniger bekannten Künstlern wie Alonso Cano, Gregorio Fernández oder Francisco Ribalta bieten Gelegenheit, die herausragende Kunstepoche und ihre Verbindung zu den sozialen und ökonomischen Veränderungen ihrer Zeit anhand von originalen Werken näher kennenzulernen.

Gemäldegalerie, Matthäikirchplatz, Di./Mi./Fr. 10–18, Do. 10–20, Sa./So. 11–18 Uhr

BONN

Bis 4. September:

Echtzeit. Die Kunst der Langsamkeit

Wiederholung und Stillstand sind Zustände, die oft als negativ bewertet werden. Die produktiven Kräfte der Langsamkeit betonen dagegen die Arbeiten von 31 Künstlerinnen und Künstlern von Bruce Nauman, Sofia Hultén bis hin zu Kris Martin und Michael Wesely: Als Gegenentwurf zur verbreiteten Beschleunigung und Zerrissenheit des Alltags wird darin Zeit zerlegt, seziert, wiederholt und zum Stillstand gebracht – eine ebenso reizvolle wie interessante ästhetische Aufarbeitung.

Kunstmuseum, Museumsmeile, Friedrich-Ebert-Allee 2, Di.–So. 11–18, Mi. 11–21 Uhr

FRANKFURT

30. Juni bis 25. Oktober:

Georg Baselitz. Die Helden

Um 1960/65 schuf Georg Baselitz seine dramatische Werkgruppe der “Helden” und „Neuen Typen“, die international als Schlüsselwerke der deutschen Kunst der Nachkriegsära gelten. In einer Zeit, als zumindest das männliche Heldentum eher fragwürdig geworden war, malte er seine monumentalen „Helden“ in wilder Farbigkeit und trotzig-aggressivem Stil, zeigte ihre Widersprüche und ihr Scheitern, ihre Verletzungen und Resignation. Mit rund 70 Gemälden und Arbeiten auf Papier ist die komplette Serie erstmals umfassend im Städel Museum zu sehen. Anschließend wird sie in Stockholm, Rom und im Guggenheim Museum Bilbao gezeigt.

Städel Museum, Schaumainkai 63, Di./Mi./Sa./So. 11–18, Do./Fr. 10–21 Uhr

HAMBURG

Bis 11. September:

Verkehrte Welt

Im 500. Todesjahr von Hieronymus Bosch ist sein Oeuvre und das seiner Nachfolger gleich in mehreren faszinierenden Ausstellungen zu entdecken. In Deutschland präsentiert das Bucerius Kunstforum – noch vor der großen Bosch-Ausstellung ab 10. November in Berlin – das „Jahrhundert von Hieronymus Bosch“: Bedeutende Künstler der folgenden Generation, an deren Werken man ablesen kann, wie sehr Bosch mit seinen fantastischen Szenerien der Hölle und drastischen Schilderungen des Sündhaften die niederländische Kunst des 16. Jahrhunderts prägte.

Bucerius Kunst Foum, Rathausmarkt 2, tgl. 11–19 , Do. 11–21Uhr

Regensburg

1. Juli bis 18. September:

Alfred Kubin und seine Sammlung

Er war nicht nur ein begabter, fantasievoller Zeichner mit einer ganz eigenen Bildsprache, sondern auch ein kenntnisreicher Sammler: Im Nachlass von Alfred Kubin (1877–1959) befinden sich grafische Arbeiten vom 16. bis ins 20. Jahrhundert, darunter Werke von Albrecht Dürer, Pieter Brueghel, Wilhelm Leibl, Paul Gauguin, James Ensor, Edvard Munch und Egon Schiele. Deren Einfluss beleuchtet die Ausstellung, indem sie rund 100 Zeichnungen von Kubin im Kontext seiner Privatsammlung vorstellt.

Kunstforum Ostdeutsche Galerie, Dr.-Johann-Maier-Str. 5, Di.–So. 10–17, Do. 10–20 Uhr

Sabine Schuchart

Der besondere Tipp

Grenzgänger der Kunst

© Sammlung Prinzhorn
© Sammlung Prinzhorn

Das Spektrum der Arbeiten von Paul Goesch ist breit gefächert: expressionistisch anmutende Porträts und Gesichter (Bild: Selbstbildnis, 1923), christliche und mythologische Szenen, ungegenständliche Kompositionen und Architekturzeichnungen. Zwei Ausstellungen präsentieren den Grenzgänger zwischen den Welten: Goesch war Architekt und Teil der künstlerischen Avantgarde nach dem Ersten Weltkrieg, verbrachte aber 20 Jahre seine Lebens in psychiatrischen Anstalten – bis er 1940 von den Nationalsozialisten ermordet wurde. Der Großteil seines Oeuvres entstand während seines Klinikaufenthalts in Göttingen ab 1921. Zugleich hielt er weiter zur Kunstwelt Kontakt und war bis 1929 regelmäßig in der Großen Berliner Kunstausstellung vertreten.

„Paul Goesch. Zwischen Avantgarde und Anstalt“: Sammlung Prinzhorn, Universitätsklinik Heidelberg, Voßstr. 2, Heidelberg, Di./Do.–So. 11–17, Mi. 11–20 Uhr (bis 18. September); „Visionäre der Moderne. Paul Scheerbart, Bruno Taut, Paul Goesch“, Berlinische Galerie, Alte Jakobstr. 124–128, Berlin, Mi.–Mo. 10–18 Uhr (bis 31. Oktober).

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