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Dtsch Arztebl 2016; 113(31-32): A-1454

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Geänderte Dosierungsempfehlung für Arcoxia® Die Grünenthal GmbH gibt bekannt, dass bei den meisten Patienten mit rheumatoider Arthritis und Spondylitis ankylosans zwar die aktuell empfohlene Dosis des selektiven COX-2-Hemmers Arcoxia® (Etoricoxib) von 60 mg einmal täglich wirksam ist. Bei unzureichender Linderung der Symptome könne jedoch eine höhere Dosis von 90 mg einmal täglich die Wirksamkeit verbessern. Sobald sich der Patient klinisch stabilisiert hat, so die Empfehlung, sei eine Dosisreduzierung auf 60 mg einmal täglich angezeigt. Bei Ausbleiben einer Steigerung des therapeutischen Nutzens sollten andere Behandlungsoptionen erwogen werden.

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Posaconazol: Darreichungsformen sind nicht austauschbar – Das Breitspektrum-Antimykotikum Noxafil® (Posaconazol) ist verfügbar als Tabletten (100 mg), als Suspension zum Einnehmen (40 mg/l) sowie als Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung (300 mg). Der Hersteller MSD informiert, dass Tabletten und die Suspension zum Einnehmen nicht austauschbar sind, ohne dass die Dosis von Posaconazol entsprechend angepasst wird. Ärzte sollten daher die Darreichungsform von Posaconazol auf jeder Verschreibung genau festlegen. Der Hinweis erfolgt, weil als Folge eines unbeabsichtigten Wechsels von der Suspension zu Tabletten eine dosisabhängige Intoxikation aufgetreten war, während der umgekehrte Wechsel zur Unterdosierung und damit zu einer mangelnden Wirksamkeit geführt hatte.

Kontraindikation zu Adempas® (Riociguat) – MSD und Bayer informieren darüber, dass Patienten mit pulmonaler Hypertonie in Verbindung mit idiopathischen interstitiellen Pneumonien (PH-IIP) nicht mit Riociguat behandelt werden dürfen. Eine Phase-II-Studie zur Untersuchung von Riociguat in dieser Indikation wurde wegen Komplikationen vorzeitig abgebrochen. Riociguat ist für dieses Anwendungsgebiet nicht zugelassen. Falls Patienten mit PH-IIP bereits Riociguat erhalten, ist die Behandlung abzubrechen und der klinische Zustand sorgfältig zu überwachen.

HIV-Therapie mit Descovy® – Gilead Sciences führt den ersten neuen Backbone in der HIV-1-Therapie seit über zehn Jahren ein: Descovy® auf Basis von Tenofoviralafenamid (Tenofoviralafenamid 25 mg bzw. 10 mg + Emtricitabin 200 mg) wird in Kombination mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln zur Behandlung von Erwachsenen und Jugendlichen angewendet. Die Descovy-Dosis ist abhängig vom dritten Wirkstoff des HIV-Therapieregimes. Mit TAF haben sich bei vergleichbarer Wirksamkeit das ossäre und das renale Sicherheitsprofil im Vergleich zu Tenofovirdisoproxilfumarat verbessert. Ein Einsatz von TAF-basierten Regimen ist auch bei bisher komplizierteren Patienten mit einer leichten bis mittleren eingeschränkten Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min) möglich.

Therapie der nicht infektiösen Uveitis mit Humira®Der Wirkstoff Adalimumab (Humira®, AbbVie) hat als einziges Biologikum die Zulassung zur Behandlung der nicht infektiösen Uveitis intermedia, Uveitis posterior und Panuveitis bei erwachsenen Patienten erhalten, die nur unzureichend auf Kortikosteroide angesprochen haben, eine Kortikosteroid sparende Behandlung benötigen oder für die eine Behandlung mit Kortikosteroiden nicht geeignet ist.

Humira® ist ein gentechnisch hergestellter, humaner monoklonaler Antikörper, der sich spezifisch gegen Tumor-Nekrose-Faktor-alpha (TNF-alpha) richtet. Dieser Botenstoff spielt eine zentrale Rolle bei Entzündungsprozessen, die der Uveitis zugrunde liegen und mit einer Reihe immunvermittelter Erkrankungen assoziiert sind.

Marcumar® darf nicht mehr substituiert werden – Der Vitamin-K-Antagonist Phenprocoumon (Marcumar®) darf ab 1. August 2016 nicht mehr in der Apotheke substituiert werden, hat der gemeinsame Bundes­aus­schuss G-BA entschieden und den Gerinnungshemmer auf die Substitutions-Ausschlussliste gesetzt.

Vertrieb von Kombinationspräparat Xultophy® wird eingestellt – Novo Nordisk hat sich entschieden, den Vertrieb von Xultophy® (Insulin degludec und Liraglutid) zum 1. August einzustellen. Das Unternehmen konnte sich im Rahmen des AMNOG-Prozesses nicht auf einen tragfähigen Erstattungsbetrag einigen. Ärzte sollten ihre Patienten auf eine andere Therapie umstellen. Eine freie Kombination aus einem GLP-1-Rezeptor-Agonisten und einem Basalinsulin könnte dabei in Erwägung gezogen werden.

Bei dem GLP-1-Rezeptor-Agonisten ist eine Fortführung der Therapie mit Liraglutid weiterhin möglich. Bei Insulin degludec ist die Umstellung auf ein anderes Basalinsulin notwendig. Für die meisten Patienten wird eine initiale Umstellung der Basalinsulinkomponente im Verhältnis 1:1 auf Insulin detemir oder ein anderes Basalinsulin möglich sein.

Richtigstellung zu Symbicort® Dosieraerosol – AstraZeneca bietet eine weitere Darreichungsform seines Präparates Symbicort®an: Bei dem neu eingeführten Symbicort 160/4,5 µg

Dosieraerosol handelt es sich um eine Kombination aus inhalativem Kortiko-steroid (ICS) und lang wirksamem Betamimetikum (LABA), die ausschließlich für die Indikation chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) zugelassen ist.

Verkauf von Brintellix® wird eingestellt – Die Lundbeck GmbH teilt mit, dass das Antidepressivum Brintellix® (Wirkstoff: Vortioxetin) zum 15. August vom Markt genommen wird. Nachdem der Erstattungsbetrag durch die AMNOG-Schiedsstelle auf niedrigstem generischem Niveau beschlossen wurde, sieht sich das Unternehmen außerstande, Brintellix® weiterhin kostendeckend anzubieten. EB

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