ArchivDeutsches Ärzteblatt PP8/2016Gemeinschaftliche Scheidung: „Couches“ mindern die Belastungen

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Gemeinschaftliche Scheidung: „Couches“ mindern die Belastungen

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Scheidungen haben in der Regel negative Folgen für alle Beteiligten. So leiden viele Kinder unter Depressionen und Ängsten infolge einer Scheidung. Geschiedene und ihre Familien werden nach einer Scheidung mit ihren emotionalen Verletzungen alleinegelassen. Zudem werden die Kinder in die meisten Entscheidungen und Prozesse nicht einbezogen, so dass sie oft zum Spielball der verfeindeten Eltern und ihrer Anwälte werden. Ein neuer Ansatz zur Reduzierung von Folgeschäden durch Scheidungen kommt jetzt aus den USA: die gemeinschaftliche Scheidung. Bei diesem Modell kooperieren Eltern und Kinder eng mit Rechtsanwälten, Finanzberatern, Sozialarbeitern, Pädagogen und Psychotherapeuten, um die finanziellen, juristischen und emotionalen Schäden möglichst gering zu halten oder abzuwenden. Die Teilnehmer verpflichten sich, offen, ehrlich und respektvoll miteinander umzugehen, auf jede Form der Aggression zu verzichten, gewissenhaft Informationen auszutauschen und nicht vor den Kindern zu streiten. Die Bedürfnisse und Interessen der Kinder haben den gleichen Stellenwert wie die der Eltern. Angesichts der Spannungen im Kontext einer Scheidung ist dies nicht immer einfach. Aus diesem Grund stehen Eltern und Kindern jedoch die Experten („Coaches“) zur Seite, die sie schulen und begleiten. Psychotherapeuten können den Familien zum Beispiel zeigen, wie sie produktiv kommunizieren und mit ihren Gefühlen umgehen können, und sie können mit den Eltern einen Plan für den richtigen Umgang mit den Kindern entwickeln. „Die verschiedenen „Coaches“ der Scheidungsfamilie müssen dabei eng zusammen-arbeiten“, sagt die Psychologin Maria Alba-Fisch aus New York. ms

Alba-Fisch M: Collaborative divorce. Journal of Clinical Psychology 2016; 72(5): 444–457

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