ArchivDeutsches Ärzteblatt33-34/2016Klare Diagnose und Therapie möglich
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Die Autoren gehen davon aus, dass es einen sogenannten „unspezifischen“ Rückenschmerz gibt, dessen Ursachen so gut wie nicht identifizierbar seien (1). Wenn es denn Rückenschmerz ohne somatische Grundlage überhaupt gibt, so sind es somatoforme oder andere psychische Störungen – und somit eben nicht unspezifische. Spätestens seit dem Artikel von DePalma 2015 (2) sollte jedoch der diagnostische und therapeutische Nihilismus endlich abgestellt werden.

Durch entsprechende diagnostische Werkzeuge lässt sich eine Aufschlüsselung etwa wie folgt erzielen: Circa 40 % der Rückenschmerzen sind diskogen, 30 % auf Probleme der Facettengelenke und 20 % auf das Iliosakralgelenk zurückzuführen.

Große Fallzahlen (3) bestätigen die Validität der Verfahren, auch Problemfälle wie Syndrome nach Spondylodese lassen sich diagnostisch zuordnen (4). Somit ist eine klare Diagnose und Therapie sehr wohl möglich.

Auch erscheinen mir die Zeiträume zur Annahme eines akuten beziehungsweise subakuten Schmerzes in Anbetracht der raschen Chronifizierungsvorgänge deutlich zu lang. Eine Intervention kann hier den Verlauf signifikant abkürzen – mit entsprechend relevanten Einsparungen an direkten und indirekten Krankheitskosten.

Auch die Verordnung von Koanalgetika, wie Antidepressiva oder Antikonvulsiva, fehlt in der Darstellung von Casser et al., ist jedoch eine pathophysiologisch begründete Maßnahme mit dem Nebeneffekt, dass begleitende Depressionen und Angst mit behandelt werden können.

DOI: 10.3238/arztebl.2016.0562a

Dr. med. Thomas Bambach

Neumarkt/Oberpfalz

dr-bambach-privat@gmx.de

1.
Casser HR, Seddigh S, Rauschmann M: Acute lumbar back pain—
investigation, differential diagnosis, and treatment. Dtsch Arztebl Int 2016; 113: 223–34 VOLLTEXT
2.
DePalma MJ: Diagnostic nihilism toward low back pain: what once was accepted, should no longer be. Pain Med 2015; 16:1453–4 CrossRef MEDLINE
3.
Verrills P, Nowesenitz G, Barnard A: Prevalence and characteristics of discogenic pain in tertiary practice: 223 consecutive cases utilizing lumbar discography. Pain Med 2015; 16: 1490–9 CrossRef MEDLINE
4.
DePalma M, Ketchum JM, Saullo TR: Etiology of chronic low back pain in patients having undergone lumbar fusion. Pain Med 2011; 12: 732–9 CrossRef MEDLINE
1.Casser HR, Seddigh S, Rauschmann M: Acute lumbar back pain—
investigation, differential diagnosis, and treatment. Dtsch Arztebl Int 2016; 113: 223–34 VOLLTEXT
2.DePalma MJ: Diagnostic nihilism toward low back pain: what once was accepted, should no longer be. Pain Med 2015; 16:1453–4 CrossRef MEDLINE
3.Verrills P, Nowesenitz G, Barnard A: Prevalence and characteristics of discogenic pain in tertiary practice: 223 consecutive cases utilizing lumbar discography. Pain Med 2015; 16: 1490–9 CrossRef MEDLINE
4.DePalma M, Ketchum JM, Saullo TR: Etiology of chronic low back pain in patients having undergone lumbar fusion. Pain Med 2011; 12: 732–9 CrossRef MEDLINE

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