ArchivDeutsches Ärzteblatt33-34/2016Kooperation zwischen Schule und Klinik
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Wir danken Herrn Kollegen Schulte-Körne für diesen Übersichtsbeitrag (1). Uns stellt sich die Frage, ob die Schulen den veränderten Anforderungen der „postmodernen Gesellschaften“ gewachsen sind. Trotz Hausaufgabenbetreuung, Schulessen oder Ganztagsbeschulung erscheinen Methoden und pädagogische Konzepte der Wissensvermittlung nicht hinterherzukommen. Frontalunterricht oder Kleingruppen-Projektarbeit bleiben nach wie vor die Standardmethoden, Präsenzunterricht das Standardkonzept der Schulen, neue Medien werden nicht konsequent eingesetzt. Dadurch erhalten Schülerinnen und Schüler nicht die Möglichkeiten, sich mit ihren Kompetenzen und Ressourcen und ihrer Lebensrealität auch im Schulalltag einzubringen. Obwohl wir reformierte pädagogische Ansätze nicht unkritisch sehen, bleibt offen, ob sich nicht auch die Schulen den veränderten gesellschaftlichen Gegebenheiten und aktuellen medizinischen Erkenntnissen anpassen müssten. Wir denken hier zum Beispiel an die Tagesrhythmik Jugendlicher mit einem anderen zirkadianen Leistungshoch. Trotzdem beginnen die Schulen (zu) früh am Morgen, auch um den beruflichen Verpflichtungen der Eltern entgegen zu kommen.

Unseres Wissens gibt es kaum Kooperationen zwischen Schulaufsichtsbehörden und kinder- und jugendpsychiatrischen Kliniken, die über eine Wiederherstellung der Schulfähigkeit oder die Auswahl geeigneter Schulen („Umplatzierung“) hinausgehen. Im Zollernalbkreis werden in einer Kooperation zwischen der Kinder- und Jugendpychiatrie Mariaberg und dem Staatlichen Schulamt des Landkreises in einer 2-jährigen strukturierten Weiterbildung für Beratungslehrkräfte häufige kinder- und jugendpsychiatrische Störungsbilder vermittelt.

Dadurch wächst nicht nur das Verständnis für psychische Erkrankungen, sondern es konnten auch Wege etabliert werden, die Kindern und Jugendlichen schnellere Zugangswege in die ambulante oder stationäre Versorgung ermöglichen.

DOI: 10.3238/arztebl.2016.0560a

Prof. Dr. med. Martin H. Maurer

Buchenberg

martin.maurer@alumni.uni-heidelberg.de

Dr. med. Martin Menzel

Gammertingen

Interessenkonflikt

Die Autoren erklären, dass kein interssenkonflikt besteht.

1.
Schulte-Körne G: Mental health problems in a school setting in
children and adolescents. Dtsch Arztebl Int 2016; 113: 183–90 VOLLTEXT
1.Schulte-Körne G: Mental health problems in a school setting in
children and adolescents. Dtsch Arztebl Int 2016; 113: 183–90 VOLLTEXT

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