ArchivDÄ-TitelSupplement: PerspektivenSUPPLEMENT: Urologie 1/2016Erste zielgerichtete Therapie der ADPKD: Ein Jahr mit JINARC

SUPPLEMENT: Perspektiven der Urologie

Erste zielgerichtete Therapie der ADPKD: Ein Jahr mit JINARC

Dtsch Arztebl 2016; 113(33-34): [26]

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Seit einem Jahr steht in Europa der nierenspezifisch wirkende Vasopressin-V2-Rezeptor-Antagonist JINARC (Tolvaptan) für die Behandlung der auto-somal-dominanten polyzystischen Nierenerkrankung (ADPKD) zur Verfügung. Aus diesem Anlass berichteten Experten auf der von Otsuka veranstalteten JINARC-Jubiläumspressekonferenz über ihre Erfahrungen mit der ersten in Europa zugelassenen Behandlungsmöglichkeit der ADPKD, mit der die Krankheitsprogression verlangsamt und ein Nierenversagen hinausgezögert werden kann. JINARC ist indiziert bei erwachsenen ADPKD-Patienten mit chronischer Nierenerkrankung (CKD) im Stadium 1 – 3 zu Behandlungsbeginn mit Anzeichen für eine rasche Krankheitsprogression.

Bei der ADPKD handelt es sich um eine progrediente Erbkrankheit mit der Entwicklung zahlreicher flüssigkeitsgefüllter Nierenzysten. Durch das stetige Zystenwachstum komme es zu einer fortschreitenden Nierenschädigung, die bei den meisten Betroffenen im Alter zwischen 50 und 60 Jahren durch Nierenversagen in Dialyse oder Nierentransplantation münde, erklärte Privatdozent Dr. Christian Haas, Lübeck.

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Bislang konnten nur einige Symptome der ADPKD behandelt werden. „Seit einem Jahr steht mit JINARC (Tolvaptan) erstmals eine Therapie zur Verfügung, mit der wir frühzei-tig ansetzen können, um das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen und ein Nierenversagen hinauszuzögern“, so Haas.

Die randomisierte, placebokontrollierte Phase-III-Studie TEMPO 3/4 mit 1445 Patienten untersuchte über drei Jahre die Wirksamkeit und Sicherheit von Tolvaptan bei der Behandlung von ADPKD. Die Behandlung mit Tolvaptan führte zu einer jährlichen Reduktion des Nierenvolumenwachstums um 49% und zu einer Reduktion des jährlichen Nierenfunktionsverlusts um 32%. Die klinische Progression konnte mit Tolvaptan versus Placebo signifikant verringert werden. TEMPO 3/4 ergab ein gutes Sicherheitsprofil für Tolvaptan. Aufgrund des Wirkmechanismus kam es unter Tolvaptan erwartungsgemäß zu erhöhter Aquarese (mit Polyurie, Nykturie, Durst, Polydipsie). Andererseits waren ADPKD-bedingte Ereignisse (z.B. Makrohämaturie, Harnwegsinfekte) seltener als unter Placebo.

Quelle: Otsuka Pharma GmbH, www.otsuka.de

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