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Ivo Pitanguy †: Chirurgie-Koryphäe in Brasilien verstorben

Dtsch Arztebl 2016; 113(33-34): A-1503 / B-1267 / C-1247

Maybaum, Thorsten

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Ivo Pitanguy. Foto: dpa
Ivo Pitanguy. Foto: dpa

Ivo Pitanguy, einer der Wegbereiter der plastischen Chirurgie, ist in Rio de Janeiro im Alter von 93 Jahren gestorben. Dem Portal „O Globo“ zufolge erlag der Brasilianer am 6. August 2016 einem Herzinfarkt. Am Tag zuvor hatte der 1923 in Belo Horizonte geborene Chirurg noch im Rollstuhl sitzend die olympische Fackel durch den Stadtteil Botafogo getragen, bevor das olympische Feuer zur Eröffnung der Olympischen Spiele entzündet worden war.

Pitanguy war Mitglied der brasilianischen Akademien für Medizin und Wissenschaften, Autor zahlreicher Bücher und einer der bekanntesten Chirurgen des Landes. „Brasilien verliert einen seiner renommiertesten Wissenschaftler und Intellektuellen“, sagte Interimspräsident Michel Temer.

Der „Schönheitschirurg der Stars“ Pitanguy operierte dutzende Größen aus Politik und Showbusiness. Die Namen hielt er immer geheim. Er zeichnete sich aber auch durch sein soziales Engagement aus und operierte kostenlos Tausende von Menschen mit schweren Verbrennungen oder Missbildungen im Gesicht. Prägend war für ihn ein verheerender Brand in einem Zirkus in Niteroi nahe Rio im Jahr 1961. Bei dem Drama kamen fast 500 Menschen ums Leben, die meisten Kinder. Mindestens ebenso viele Menschen erlitten schwere Verbrennungen. Der Unfallchirurg operierte damals mit ein paar Kollegen drei Tage und drei Nächte lang die Verletzten. Pitanguy baute zudem in den 1950er Jahren die erste handchirurgische Abteilung in Südamerika auf. Thorsten Maybaum

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