ArchivDeutsches Ärzteblatt PP9/2016Internetsucht: Psychische Störungen werden verstärkt

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Internetsucht: Psychische Störungen werden verstärkt

PP 15, Ausgabe September 2016, Seite 422

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Internetsucht und eine schlechte psychische Gesundheit gehen oft miteinander einher. Australische, britische und Schweizer Medienpsychologen um Joseph Ciarrochi von der Australian Catholic University haben 2 068 australische Schüler über vier Jahre hinweg hinsichtlich ihrer Abhängigkeit vom Internet und ihres psychischen Gesundheitszustands untersucht. Sie erhielten eine klare Bestätigung dafür, dass die Internetsucht den psychischen Gesundheitszustand negativ beeinflusst und unter anderem Sorgen, Depressionen und Niedergeschlagenheit verstärkt. Es gab jedoch keine signifikanten Beweise dafür, dass psychische Probleme umgekehrt zu einer suchtartigen Nutzung des Internets führen. Mit zunehmendem Alter und ohne Behandlung verstärkte sich das Ausmaß der Internetsucht und der psychischen Beeinträchtigungen bei den Teilnehmern. Im Hinblick auf die Art der Internetnutzung zeigten sich Geschlechtsunterschiede: Die internetsüchtigen weiblichen Teilnehmer nutzten das Medium, indem sie hauptsächlich E-Mails schrieben und „twitterten“, während internetsüchtige Männer vor allem „Games“ spielten und nichtjugendfreie Seiten besuchten. Obwohl die Teilnehmer durch ihre Internetnutzung Zerstreuung und Unterhaltung anstrebten, erreichten sie den gegenteiligen Effekt, nämlich eine Stimmungsverschlechterung. Somit sind die meisten Arten der übermäßigen Internetnutzung kontraproduktiv, was eine funktionale Emotionsregulation angeht. ms

Ciarrochi J, Parker P, Sahdra B, Marshall S, Gloster A, Jackson C, Heaven P: The development of compulsive internet use and mental health. Developmental Psychology 2016; 52(2): 272–283.

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