ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2016Randnotiz: Virtuelle Realität
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Virtual-Reality-Brillen – kurz VR-Brillen – sind der neue Hightechtrend. Das hat auch die diesjährige Internationale Funkausstellung gezeigt. Die Technik mit einer 360-Grad-Sicht katapultiert den Anwender direkt ins virtuelle Geschehen. Mit Zusatzgeräten können bereits die eigenen Hände in die virtuelle Welt projiziert werden. Der Fortschritt ist rasant, die Qualität wird sich verbessern und neue Anwendungsbereiche eröffnen. Die Technik ist auf dem besten Weg, nicht nur die Spielewelt zu verändern. Sie dürfte künftig auch in der Medizin eingesetzt werden. Operateure könnten mit Hilfe einer VR-Brille schwierige Eingriffe am exakt nachgebildeten Patienten simulieren, Medizinstudierende könnten operieren lernen oder aus der Perspektive des Operateurs einen Eingriff verfolgen. Das Üben am Patienten in einer virtuellen Realität wäre möglich. In der Prävention könnten VR-Geräte bisherige Lösungen ersetzen. Derzeit werden etwa Spezialbrillen in der Suchtvorbeugung eingesetzt, die Auswirkungen durch den Konsum von Drogen simulieren können. Dazu gehören etwa Desorientierung, starke Wahrnehmungsveränderung oder optische Beeinträchtigungen. Die virtuelle Realität könnte noch realistischere Szenarien malen – bis hin zum Geruch von Cannabis als Teil der sogenannten vierten Dimension. Dass diese der virtuellen Realität zusätzliche Effekte bringt, ist nicht neu, nimmt aber zu. In der vierten Dimension bewegen sich bereits Sitze während der Achterbahnfahrt, im Kino werden Zuschauer mit Wasser bespritzt. Was eine Operation in der virtuellen Welt näher an die tatsächliche Realität heranrückt? Die Gedankenspiele überlasse ich Ihrer eigenen Fantasie.

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