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Medizin und Menschlichkeit: Den Arztberuf lieben

Medizin studieren, WS 2016/17: 16

Richter-Kuhlmann, Eva

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Die junge Ärztin Dr. med. Marie Downar übersetzte spontan das Buch „Time To Care“ von Dr. Robin Youngson. Dieses beschreibt, wie man in seinen Berufsalltag Freude, Erfüllung und Menschlichkeit hineinbringt.

Das auf Deutsch übersetzte Buch „Time to care – Wie Sie Ihre Patienten und Ihren Job lieben“ ist 2016 im Mabuse-Verlag, Frankfurt/Main erschienen. Fotos: Dr. med. Eva Wartner, Medizin und Menschlichkeit e.V.
Das auf Deutsch übersetzte Buch „Time to care – Wie Sie Ihre Patienten und Ihren Job lieben“ ist 2016 im Mabuse-Verlag, Frankfurt/Main erschienen. Fotos: Dr. med. Eva Wartner, Medizin und Menschlichkeit e.V.

Wie kann ich angesichts von zunehmender Arbeitsverdichtung in Klinik und Praxis eine gute Ärztin sein und gleichzeitig eine gute Mutter? Und wie schaffe ich es, dabei nicht auszubrennen? Diese Fragen stellte sich Dr. med. Marie Downar, Mitglied im Verein „Medizin und Menschlichkeit“. Die Dresdner Ärztin in Weiterbildung im Fach Allgemeinmedizin stieß auf das Buch
„Time To Care“ des Neuseeländer Arztes Dr. Robin Youngson. „Das Buch hat die Zustände im Gesundheitswesen mit bewegenden Alltagsbeispielen und möglichen Lösungen so gut beschrieben, dass ich beschloss, es ins Deutsche zu übersetzen“, berichtet sie dem Deutschen Ärzteblatt.

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Natürlich habe sie sich gefragt, ob dies nicht besser ein professioneller Übersetzer tun sollte. „Doch was bedeutet Professionalität in diesem Kontext? Zwar habe ich nie das Übersetzerhandwerk gelernt, jedoch verstehe ich durch meine eigene Arbeit als Ärztin zutiefst, wovon der Autor spricht“, erklärt sie. Original wie Übersetzung seien aus dem Herzen des medizinischen Alltags entstanden. „In der Essenz ist der Arztberuf vielleicht auch eine Art Übersetzungshandwerk auf vielen Ebenen – vom Wissen um das, was heilsam wirkt, in die tägliche Umsetzung, von der medizinischen Fachsprache in patientenverständliche Sprache, von arztspezifischem Denken und Handeln in das Denken und Handeln der ebenso wichtigen Pflege- und angrenzenden Gesundheitsberufe.“

Robin Youngso mit Marie Downar
Robin Youngso mit Marie Downar

Gesagt, getan: Allen Widerständen zum Trotz traf sich Downar mit dem Autor Dr. Robin Youngson, übersetzte sein Buch und überzeugte – der Empfehlung ihrer Vereinskollegin Dr. med. univ. Julia Bader folgend – einen Verlag, das Buch auf Deutsch herauszugeben.

Doch damit nicht genug: Die Themen des Buches nahm sie zum Anlass, mit Dr. med. Oxana Atmann für ihren Verein „Medizin und Menschlichkeit“ das erste interdisziplinäre Symposium „Zukunft: Medizin – Gemeinsam neue Wege gehen“ im Juni in Dresden zu organisieren. „Zunächst wussten wir jedoch nicht, wie das gehen sollte: So ganz nebenbei, neben dem Arztberuf, unter Zeitmangel und ohne systemische Unterstützung?“ Doch dann fanden die beiden Ärztinnen mit „Was hab’ ich?“, den „Spiegelneuronen“ für Angewandte Positive Psychologie, „Arzt mit Humor“ und dem Verein „Medizin und Menschlichkeit“ herausragende Initiativen für einen gemeinsamen Lern- und Erfahrungsaustausch in Dresden. Für eine Schirmherrschaft konnten sie Prof. Dr. med. Antje Bergmann vom Lehr- und Forschungsbereich Allgemeinmedizin der medizinischen Fakultät Dresden begeistern. Zudem unterstützte sie die Sächsische Lan­des­ärz­te­kam­mer mit Rat und Tat. Downar: „Wir hoffen, dass wir vielen Nachwuchsärzten mit dem Symposium und auch mit der Buchübersetzung Mut machen können, das aktuelle Gesundheitswesen infrage zu stellen und neue Wege zu gehen.“

Foto: Sächsische Landesärztekammer
Foto: Sächsische Lan­des­ärz­te­kam­mer

„Die Kraft von„Time to Care“ liegt in der Verknüpfung von neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen mit den Wurzeln der Medizin. Es ist nicht nur für das Gesundheitswesen relevant, sondern ein Leitfaden für das Leben.“

Prof. Dr.med. Jan Schulze, Ehrenpräsident der Sächsischen Lan­des­ärz­te­kam­mer

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