ArchivDeutsches Ärzteblatt23/1996Automobilindustrie: Euromix löst den Drittelmix ab

VARIA: Auto und Verkehr

Automobilindustrie: Euromix löst den Drittelmix ab

EB; autopress

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LNSLNS Der Kraftstoffverbrauch zählt bei der Anschaffung eines Fahrzeuges zu den wichtigsten Entscheidungskriterien. Ein neues Meß-verfahren soll nun dafür sorgen, daß sich die von den Automobilherstellern angegebenen Werte näher am tatsächlichen Verbrauch orientieren. Der bekannte Drittelmix nach bisheriger Lesart hat damit künftig ausgedient.


Häufig haben Autofahrer vergeblich versucht, die Verbrauchsangaben ihres Fahrzeuges in der Praxis zu erreichen. Die scheinbare Realitätsferne der vom Hersteller ausgewiesenen Werte hängt damit zusammen, daß alle Automobilproduzenten die Verbrauchszahlen nach dem gleichen Verfahren ermitteln müssen. Wenngleich die Angaben bislang in aller Regel hinter dem wirklichen Verbrauch zurückbleiben, so war zumindest die Vergleichbarkeit zwischen den verschiedenen Marken und Modellen gegeben.
Um nun aber die Differenz zwischen den "unter staatlicher Aufsicht" ermittelten Verbrauchswerten und den Ergebnissen in der Praxis zu verringern, ist ab 1997 ein neues Meßverfahren nach einer neuen Norm (93/116/EG) vorgeschrieben. Anders als beim bisherigen Drittelmix beginnt der Verbrauchs-Testzyklus nicht mit einem betriebswarmen Motor (90 Grad Celsius), sondern mit einem sogenannten Kaltstart mit einer Motortemperatur von circa 20 Grad Celsius.
Das Programm "Stadtzyklus" wird ausgedehnt und die Überland-Simulation verfeinert. Bislang hielten die Tester konstant Tempo 90 beziehungsweise 120 pro Stunde, demnächst wird zwischendurch gebremst, geschaltet und beschleunigt – eben so, wie es dem normalen Fahralltag entspricht. Damit die gewonnenen Ergebnisse nicht von der individuellen Fahrweise abhängen und jederzeit reproduzierbar sind, werden die Messungen auf dem Rollenprüfstand absolviert. Eine "Testfahrt" dauert etwa 20 Minuten.


Überlandzyklus
In den Katalogen und Prospekten der Autohersteller werden die entsprechenden Verbrauchswerte künftig für den Stadtzyklus, Überlandzyklus und für einen nach dem Streckenanteil gewichteten Durchschnittsverbrauch in l/100 km und als CO2-Wert in g/km angegeben. Neu ist auch eine stärkere Unterscheidung zwischen den einzelnen Modellvarianten. autopress/EB

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