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Wir bedanken uns für die wichtigen und ergänzenden Hinweise zu unserem Beitrag zur Abhängigkeit von verschreibungspflichtigen Opioiden (1). Es handelt sich um ein komplexes Problem dessen Lösung gemeinsamer interdisziplinärer Anstrengungen bedarf.

Wie Dr. Wolter analog zum Fazit unseres Artikels betont, liegen uns zurzeit hauptsächlich epidemiologische Daten aus Nordamerika vor. Diese gilt es um Daten aus Deutschland zu ergänzen, um das Ausmaß des Problems in unserem Gesundheitssystem besser abschätzen zu können. Auch sollten die bisher ausschließlich englischsprachig entwickelten Screeninginstrumente für den deutschen Sprachraum validiert und gegebenenfalls angepasst werden.

Wie Dr. Tretter und Dr. Beate Erbas betonen, bietet das ICD-10 bereits eine gute Grundlage zur Erkennung von Suchterkrankungen. Die Qualität der Versorgung ist, wie von den Kollegen erwähnt, wahrscheinlich in hohem Maße von einer guten Kooperation unterschiedlicher Spezialisten abhängig. Dies beinhaltet nach unserer Auffassung unter anderem Hausärzte genauso wie Sucht- und Schmerzmediziner sowie Psychiater/Psychotherapeuten.

Für die von Dr. Piest beschriebene Einschränkung der Substitutionsindikation in Niedersachsen gibt es keine medizinisch-wissenschaftlich sinnvolle Begründung. Im Sinne der betroffenen Patienten sollte hier dringend Abhilfe geschaffen werden. Den Hinweis auf die psychosoziale Betreuung möchten wir gerne noch ergänzen. Nach unserer Erfahrung gibt es durchaus Patienten, die von verschreibungspflichtigen Opioiden abhängig sind und von der psychosozialen Betreuung profitieren. Wir schlagen eine einmalige Vorstellung vor. Wenn Arzt, psychosoziale Betreuung und Patient danach entscheiden, dass eine weitere Betreuung nicht sinnvoll ist, sollte dies schriftlich festgehalten werden. Darüber hinaus können von Fall zu Fall zusätzliche therapeutische Elemente (Psychotherapie, Selbsthilfegruppe und so weiter) hinzugezogen werden.

DOI: 10.3238/arztebl.2016.0677b

Dr. med. Johannes Just

Institut für Hausarztmedizin, Allgemeinmedizin, Bonn

johannesjust@gmail.com

Interessenkonflikt

Die Autoren aller Beiträge erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Just J, Mücke M, Bleckwenn M: Dependence on prescription opioids—prevention, diagnosis and treatment. Dtsch Arztebl Int 2016; 113: 213–20 VOLLTEXT
1.Just J, Mücke M, Bleckwenn M: Dependence on prescription opioids—prevention, diagnosis and treatment. Dtsch Arztebl Int 2016; 113: 213–20 VOLLTEXT

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