ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2016Bauchschmerz mit periumbilikaler Verfärbung

MEDIZIN: Der klinische Schnappschuss

Bauchschmerz mit periumbilikaler Verfärbung

Abdominal Pain and Periumbilical Discoloration

Sayk, Friedhelm

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In der Notaufnahme stellt sich ein 44-jähriger, leichtgradig adipöser Mann vor, mit seit vier Tagen andauernden Oberbauchschmerzen mit gürtelartiger dorsaler Ausstrahlung. Koliken werden verneint. Es besteht Übelkeit, Durst und allgemeine Schwäche. Das diffus druckdolente Abdomen wirkt aufgetrieben, die Bauchdecken sind prall-elastisch („Gummibauch“), die Darmgeräusche erloschen. Periumbilikal zeigt sich der abgebildete Befund. Es handelt sich um ein Cullen-Zeichen, das eine schwere Pankreatitis anzeigt. Zugrunde liegt ein periumbilikales Ödem mit Einblutungen, das nach 24–48 h auftaucht. Das Cullen-Zeichen – wie auch das Grey-Turner-Zeichen (Einblutungen in die laterale Bauchwand) – ist selbst bei schwerster nekrotisierender Pankreatitis ein äußerst seltener Befund. Es soll durch Ausbreitung der Entzündung entlang des Ligamentum falciforme beziehungsweise teres hepatis zustande kommen und gilt als prognostisch ungünstig. Laborchemie und Bildgebung (zunächst Sonographie, dann eine computertomographische Aufnahme des Abdomens im Verlauf) bestätigten die Diagnose einer nekrotisierenden Pankreatitis. Klinisch zeigten sich ein paralytischer Ileus sowie ein systemisches inflammatorisches Response-Syndrom mit akutem Mehrorganversagen (Niere, Pulmo), das einen mehrtägigen Intensivaufenthalt erforderte.

PD Dr. med. Friedhelm Sayk, Universitätsklinikum Schlewig-Holstein, Campus Lübeck; friedhelm.sayk@uksh.de

Interessenkonflikt
Der Autor erklärt, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Zitierweise: Sayk F: Abdominal pain and periumbilical discoloration. Dtsch Arztebl Int 2016; 113: 679. DOI: 10.3238/arztebl.2016.0679

@The English version of this article is available online:
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