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Christel Neudeck: Staatspreis für das Lebenswerk

Dtsch Arztebl 2016; 113(40): A-1769 / B-1489 / C-1481

Maybaum, Thorsten

Christel Neudeck. Foto: dpa
Christel Neudeck. Foto: dpa

Auszeichnungen nahmen sie eigentlich immer gemeinsam entgegen: Rupert und Christel Neudeck. Beide haben mehr als 10 000 Boatpeople – vietnamesische Flüchtlinge aus dem Chinesischen Meer – mit ihrer Hilfsorganisation „Cap Anamur“ bis 1986 gerettet. Das Friedenskorps Grünhelme, das die gläubigen Christen 2003 gründeten, baute Schulen und Kliniken in Krisenregionen wie etwa Syrien, Afghanistan, Ruanda und Kongo.

Für dieses jahrelange humanitäre Engagement wurden jetzt die Neudecks mit dem Staatspreis von Nordrhein-Westfalen (NRW) ausgezeichnet. Christel Neudeck musste ihn allerdings allein entgegennehmen, da ihr Ehemann im Mai mit 77 Jahren an den Folgen einer Herzoperation verstarb. Der Preis würdige jedoch das gemeinsame „humanitäre Lebenswerk“ der Neudecks und „ihre herausragenden Verdienste für Menschen in Not und Flüchtlinge aus aller Welt“, sagte Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) bei der Ehrung.

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Diese höchste Auszeichnung in NRW – die erstmals auch posthum vergeben wird – erhalten seit 1986 Menschen, die herausragende Leistungen erbracht haben und dem Land durch Werdegang und Wirken besonders verbunden sind. Beides trifft auf Christel und Rupert Neudeck zu. In einem Reihenhaus in Troisdorf bei Bonn lebten die Sozialpädagogin und der Journalist zusammen mit zwei Töchtern und einem Sohn. Dort befand sich auch die Schaltzentrale ihrer Organisationen, von dort steuerte Christel Neudeck die Hilfseinsätze in aller Welt und sammelte Spenden. Rupert Neudeck war hingegen oft selbst im Einsatz. Thorsten Maybaum

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