KULTUR

Kulturkalender: Schillernde Vielschichtigkeit

PP 15, Ausgabe Oktober 2016, U3

Schuchart, Sabine

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Jeden Monat stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.

DRESDEN

1. Oktober 2016 bis 15. Januar 2017:

Das Paradies auf Erden

Die Faszination und Vielfalt der flämischen Landschaftsmalerei des 16. und 17. Jahrhunderts illustrieren mehr als 140 herausragende Œuvres von Jan Brueghel d. J. (Bild: Jan Brueghel d. J. und Nachahmer, „Paradieslandschaft mit der Erschaffung der Tiere“) und Pieter Brueghel d. Ä. bis hin zu Peter Paul Rubens. Indem die Künstler in ihren Ateliers aus dem Formenreichtum der Natur ideale Landschaften komponierten, hielten sie ihren Blick auf die Welt fest und schufen „irdische Paradiese“. Die Bilder stammen aus dem großartigen Bestand der Dresdner Gemäldegalerie und wurden ergänzt durch Leihgaben zum Beispiel aus dem Rijksmuseum in Amsterdam und dem Königlichen Museum der Schönen Künste in Antwerpen.

© Gemäldegalerie Alte Meister, SKD
© Gemäldegalerie Alte Meister, SKD

Kunsthalle im Lipsiusbau, Brühlsche Terrasse, Di.–So. 10–18 Uhr

DÜSSELDORF

1. Oktober 2016 bis 22. Januar 2017:

Hinter dem Vorhang

Seine letzte Schau im Museum Kunstpalast widmet Beat Wismer, 2017 scheidender Generaldirektor, dem reizvollen Wechselspiel zwischen Zeigen und Verbergen, Enthüllen und Verhüllen als Motiv der Kunst von Renaissance und Barock über die Moderne bis zur Gegenwart. Neben Tizians berühmtem „Porträt des Kardinals Filippo Archinto“ aus dem Philadelphia Museum of Art und Tintorettos „Judith und Holofernes“ aus dem Madrider Prado gehören Édouard Vuillards „Le rideau jaune“ und Gerhard Richters „Schwestern“ neben vielen anderen zu den Werken, die Vorhang und Schleier ins Bild setzen.

Museum Kunstpalast, Ehrenhof 4–5, Di.–So. 11–18, Do. 11–21 Uhr

HAMBURG

1. Oktober 2016 bis 15. Januar 2017:

Venedig – Stadt der Künstler

Vom beginnenden 16. bis zum 20. Jahrhundert inspirierte „La Serenissima“ wie keine andere Stadt Maler von Canaletto, Francesco Guardi und Tiepolo über William Turner, John Ruskin, Claude Monet und Wassily Kandinsky bis hin zu Martin Kippenberger und Candida Höfer. Ihre Stadtansichten widmen sich der Darstellung der venezianischen Gesellschaft, ihrer Prozessionen und Staatszeremonien, dem Stadtbild und der Architektur und spiegeln die sich mit der Zeit wandelnde Auffassung von Licht und Wasser. Insgesamt rund 100 Exponate beleuchten die intensive künstlerische Auseinandersetzung mit der Lagunenstadt.

Bucerius Kunst Forum, Rathausmarkt 2, tgl. 11–19, Do. 11–21 Uhr

KIEL

1. Oktober 2016 bis 29. Januar 2017:

Gott und die Welt

Arbeiten von Ernst Barlach, Max Beckmann, Lovis Corinth, Max Klinger, Franz Marc, Wilhelm Morgner, Emil Nolde, Christian Rohlfs, Karl Schmidt-Rottluff und weitere Künstler machen deutlich, wie in einer entscheidenden Phase der Moderne neue experimentelle Ausdrucksformen die abendländische Tradition des christlich motivierten Werkes ersetzten. „Vom sakralen zum autonomen Bild 1871–1918“, so der Untertitel der Ausstellung, stellt die neue Avantgarde vor.

Kunsthalle zu Kiel, Düsternbrooker Weg 1, Di.–So. 10–19, Mi. 10–20 Uhr

MANNHEIM

Bis 19. Februar 2017:

Barock – nur schöner Schein?

Es war eine Zeit, die von Aufbruch und Forschergeist ebenso geprägt war wie von konfessionellen Auseinandersetzungen, verheerenden Kriegen und Hungersnöten: die etwa zwischen 1580 und 1770 anzusiedelnde Epoche des Barock. Die kulturhistorische Ausstellung präsentiert sie in Themenkomplexen wie „Raum“, „Körper“, „Wissen“, „Ordnung“, „Glaube“ und „Zeit“. Neben Wunderkammern, Gebrauchsgegenständen und Aufsehen erregenden Entdeckungen vermitteln großartige Gemälde insbesondere aus dem Kunsthistorischen Museum in Wien einen Eindruck von der Gemütsverfassung und schillernden Vielschichtigkeit des Barock, der keineswegs „nur schöner Schein“ war.

Reiss-Engelhorn-Museen/Museum Zeughaus C5, Toulonplatz, Di.–So. 11–18 Uhr

Sabine Schuchart

DER BESONDERE TIPP

© Carsten Höller/Courtesy Gagosian Gall
© Carsten Höller/Courtesy Gagosian Gall

Bewusstseinssphären

„Was ist Bewusstsein? Aktuelle Positionen aus Kunst und Neurowissenschaft“ lautet der Untertitel der Ausstellung, mit der die Eres-Stiftung das komplexe Thema der Hirnforschung und unseres Ich-Bewusstseins beleuchtet. Den Besucher erwarten künstlerische Positionen von Paweł Althamer, Jan Fabre, Carsten Höller (Bild: „Sina 2“, 2014, C-Print), Peter Kogler, Matt Mullican und Thomas Zipp, die sich konkret mit Ergebnissen der Bewusstseinsforschung beschäftigen. Die naturwissenschaftliche Perspektive liefern Neurowissenschaftler und Mediziner: In spannenden Abendvorträgen erläutern sie zum Beispiel, wie unser Gehirn das bewusst erlebte Ich erzeugt, wie Hypnose und Trance in der Schmerztherapie wirken, und fragen, ob Tiere ein Bewusstsein haben.

„Ich ist eine Ego-Maschine“, Eres-Stiftung, Römerstr. 15, München, Tel.: 089 38879079, Di./Mi./Sa. 13–17 Uhr und nach Vereinbarung (12. Oktober 2016 bis 4. März 2017)

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