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Eberhart Zrenner: Erfinder des Netzhautchips

Dtsch Arztebl 2016; 113(41): A-1823 / B-1537 / C-1525

Gießelmann, Kathrin

Eberhart Zrenner. Foto: DOG
Eberhart Zrenner. Foto: DOG

Heute können Ärzte junge Menschen trotz erblicher Netzhauterkrankungen wirksam behandeln. Zu verdanken haben sie das dem Gründungsdirektor des Forschungsinstituts für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Tübingen: Prof. Dr. med. Dr. h.c. mult. Eberhart Zrenner. Zu seinen größten Verdiensten gehört die Entwicklung eines elektronischen Implantats für erblindete Patienten, die unter Retinitis pigmentosa leiden.

Ein winziger Kamerachip unter der Netzhaut liefert dabei den Patienten Schwarz-Weiß-Bilder mit einer Auflösung von 1 500 Pixeln. Die Idee zum Netzhautchip, die zunächst als irrwitzig abgetan wurde, ist mittlerweile an mehreren Zentren als Kassenleistung zugelassen. „Als alter Elektronikbastler ist mir klar geworden, dass es möglich sein könnte“, berichtet Zrenner. Sein Studium der Elektrotechnik half dem heute 70-jährigen Wissenschaftler, sein Konzept umzusetzen.

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Auf Grundlage der Arbeiten seiner Tübinger Forschergruppe sowie der Partner an der Ludwig-Maximilians-Universität München startete im vergangenen November die erste deutsche Gentherapie am Auge. „Eberhart Zrenner trägt einen großen Anteil daran, dass die Augenheilkunde eine Vorreiterrolle in der Biomedizin erringen konnte“, betont Prof. Dr. med. Horst Helbig, Präsident der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG).

Am 1. Oktober ehrte die DOG die Verdienste von Eberhart Zrenner mit der Albrecht-von-Graefe-Medaille. Das ist die höchste Auszeichnung, die die Opthalmologische Fachgesellschaft nur alle zehn Jahre verleiht. Kathrin Gießelmann

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