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Daniel Kersting: Vorschläge für andere Organspendekampagnen

Dtsch Arztebl 2016; 113(42): A-1879 / B-1583 / C-1571

Richter-Kuhlmann, Eva

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Organspendekampagnen versuchen derzeit, die deutsche Bevölkerung umfassend zum Thema Transplantationsmedizin aufzuklären und auf diese Weise die Bereitschaft zur Organspende zu fördern. Der Philosoph Dr. phil. Daniel Kersting von der Universität Jena ist jedoch skeptisch: Für ihn erzeugen die derzeitigen Kampagnen moralischen Druck. Er kritisiert, dass bei ihnen meist der Tod der Spenderinnen und Spender ausgeklammert wird. „Ob man sich für oder gegen eine Organspende entscheidet, hängt davon ab, was wir unter dem Tod des Menschen verstehen“, meint er.

Daniel Kersting – Foto: Anne Günther/FSU Jena
Daniel Kersting – Foto: Anne Günther/FSU Jena

Kersting entwickelte deshalb Vorschläge für eine angemessenere Aufklärung über Organspende. Dazu erarbeitete er ein integratives Todeskonzept. Als praktische Konsequenz fordert Kersting, das Hirntodkriterium als Todeskriterium aufzugeben. Es könne aber weiter als Entnahmekriterium für die postmortale Organspende fungieren. Auf diese Weise würde sich an der Transplantationspraxis selbst nichts ändern, erklärt er. Es wäre aber einfacher, offen und ehrlich über die Organspende zu sprechen sowie über das, was an ihr schwierig ist.

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Für seine Arbeit „Tod des Körpers oder Tod der Person? Anthropologisch-praktische Untersuchungen zu einem integrativen Todeskonzept“ zeichnete die interdisziplinäre und interprofessionelle Fachgesellschaft „Akademie für Ethik in der Medizin“, die den Diskurs über ethische Fragen in der Medizin fördern will, Kersting bei ihrem Jahreskongress Ende September mit ihrem Nachwuchspreis 2016 aus. Dr. med. Eva Richter-Kuhlmann

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