ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2016Börsebius: Stoppt Stopp-Loss-Orders

GELDANLAGE

Börsebius: Stoppt Stopp-Loss-Orders

Dtsch Arztebl 2016; 113(43): A-1944 / B-1634 / C-1622

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Immer wieder höre ich von Börsianern, „da setze ich einfach eine Stopp-Loss-Order und alles ist gut“. Dann erschrecke ich regelmäßig und frage mich, warum dieser Anleger glaubt, dass ihn eine solche Weisung vor Ärgerem schützt. Sie tut es nämlich genau nicht und ich will gerne versuchen, Ihnen den Glauben an deren wundersame Wirkung gründlich zu vermiesen.

Zunächst einmal frage ich mich, wie kommt die Stopp-Loss-Order zu ihrem guten Ruf? Ich glaube, daran sind Heerscharen von Bankberatern schuld, die ihren Kunden suggerieren, der Berater mache sich Sorgen um Wohl und Wehe des Kunden. „Sie können doch Ihr Depot ganz gut absichern, wenn Sie ein Stopp-Loss setzen“. Der Kunde mag sich dann vielleicht gut aufgehoben und geschmeichelt fühlen, sicherer vielleicht auch. Und dennoch ist eine Stopp-Loss-Order (oder Stopp-Loss-Limit) der blanke Unsinn.

Stopp-Loss-Orders gaukeln Ihnen eine vermeintliche Sicherheit vor, wo gar keine ist. Denn beim Erreichen der gesetzten Marke wird eine Aktie verkauft, ob das Sinn macht oder nicht, ist völlig egal. Welcher Stopp-Kurs gesetzt wird, ist völlig willkürlich und durch nichts zu begründen. Wo ist der richtige Stopp-Kurs, wenn mein Wert momentan bei 18 Euro steht? Bei 15, 14 oder 12? Keiner weiß es. Gut, nehmen wir an, Sie haben am Freitag einen Stopp bei 12 gesetzt. Am Montag startet die Börse schwach, weil irgendwo in der Welt etwas Schlimmes passiert ist und der Kurs touchiert die Marke von 12 Euro und erholt sich dann wieder auf 15 Euro. Ihr Problem: Der Wert ist weg, endgültig, bei 12 Euro verramscht. Echt ein tolles Geschäft.

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Die Stopp-Loss-Order ist also genauso widersinnig wie der – zuweilen tief verwurzelte Glaube – eine „bestens“-Verkaufsorder führe zum bestmöglichen Verkaufserlös. Das ist mitnichten so. Im Gegenteil, sie führt im Ergebnis zum Schlechtesten aller möglichen Kurse. Also, stoppt Stopp-Loss-Orders. Quatsch bleibt Quatsch, so gut er sich auch anhören mag.

Börsebius-Telefonberatung „rund ums Geld“

Wie an jedem ersten Samstag des Monats, können Sie auch am 5. November 2016 in der Zeit von 9 bis 13 Uhr Börsebius (Diplom-Ökonom Reinhold Rombach) anrufen (0221 985480-20).

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