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Versorgung von Migranten: Dolmetscherdienst via Telefon

Dtsch Arztebl 2016; 113(45): A-2061

EB

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Um Ärztinnen und Ärzten die Kommunikation mit Patientinnen und Patienten ohne Deutschkenntnisse zu erleichtern, gibt es inzwischen Dolmetscherdienste, die auch sofort am Telefon verfügbar sind. Dazu gehört beispielsweise das Angebot von Dolatel: Das Unternehmen aus Frankfurt bietet nach eigenen Angaben jeden Werktag zwischen 8 und 17 Uhr Übersetzungsdienste in sieben Sprachen an – dazu zählen Arabisch, Persisch, Farsi, Dari, Paschtu, Urdu und Tigrinya. Bei Sprachen wie Albanisch, Chinesisch, Türkisch, Kroatisch und Serbisch kann ein entsprechender Rückruftermin vereinbart werden, erklärt das Unternehmen.

Der Dienst soll für angemeldete Ärzte unkompliziert sein: Dabei ruft der Arzt bei der Servicenummer an und kann dort die benötigte Sprache auswählen. Ein Mitarbeiter übersetze dann das Gespräch zwischen Arzt und Patient, heißt es.

Mit Dolatel arbeiten beispielsweise die Kliniken des Bezirkes Oberbayern (kbo) zusammen. „Ich bin vom Ad-hoc-Dolmetscherservice sehr begeistert. Früher hat es sogar bis zu einer Woche gedauert, bis wir einen Dolmetscher organisiert bekommen haben“, erklärt kbo-Mediziner Jona Kraeenbring.

Da immer mehr Menschen, die vor über einem Jahr geflohen sind, nun in der regulären Versorgung in Arztpraxen ankommen, kann dieser Dienst auch in der niedergelassenen Praxis sinnvoll sein. Auch in der Versorgung von kriegs- und fluchttraumatisierten Flüchtlingen, die zum Großteil nur muttersprachlich kommunizieren können, findet diese jetzt mit Dolmetschen am Telefon eine einfache und überall zugängliche Lösung, erklärt Dr. med. Eva Hautmann, Hausärztin in Köln. Auch das Überbrücken kultureller Unterschiede durch meist muttersprachliche Dolmetscher unterstützt den Aufbau eines Vertrauensverhältnisses zwischen Arzt und Patient, so Hautmann. „Ich habe mit Dolatel einen effektiven und kompetenten Partner am Telefon, durch den es mir möglich ist, meine Patienten zu verstehen, ihnen ihre Krankheiten und mein ärztliches Handeln zu erklären und so meine Therapieempfehlung zu vermitteln. Das erhöht die Compliance der Patienten und verbessert damit den Therapieerfolg.“ EB

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