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Ketan Desai: Überzeugter Freiberufler und Yogaanhänger

Dtsch Arztebl 2016; 113(46): A-2117 / B-1757 / C-1737

Korzilius, Heike

Ketan Desai, Foto: Weltärztebund
Ketan Desai, Foto: Weltärztebund

Dr. Ketan Desai, ehemaliger Präsident des Indischen Ärzteverbandes, wurde Ende Oktober zum Präsidenten des Weltärztebundes gewählt. Der 59-Jährige Urologe aus dem westindischen Bundesstaat Gujarat wird dem Verband ein Jahr lang vorstehen. In seiner Antrittsrede warnte Desai vor Angriffen auf die ärztliche Freiberuflichkeit. In vielen Staaten wie der Türkei und Indien, aber auch in Großbritannien gebe es Versuche, die berufliche Autonomie der Ärzte sowie deren Selbstverwaltung auszuhebeln. „Aber professionelle Autonomie ist kein Privileg. Sie hat weniger mit dem Selbstbestimmungsrecht der Ärzte als mit Patientenrechten zu tun“, erklärte Desai. Damit Ärzte ihre Patienten behandeln könnten – und zwar ohne Ansehen der Person –, müssten sie zudem besser geschützt werden. Desai spielte damit auf die zunehmende Gewalt gegen medizinische Helfer in bewaffneten Konflikten an. Die Genfer Konvention werde inzwischen häufiger gebrochen als eingehalten, kritisierte er. Am Ende seiner Rede forderte der bekennende Yogaanhänger die Ärzterepräsentanten aus mehr als 40 Ländern auf, bei der Behandlung der Patienten der Prävention einen höheren Stellenwert einzuräumen.

Desais Wahl war nicht unumstritten. 2010 sollte er schon einmal Präsident des Weltärztebundes werden. Das scheiterte an Korruptionsvorwürfen, in deren Folge er als Präsident des Indischen Ärzteverbandes zurücktreten musste. Er selbst bestritt die Vorwürfe stets. 2013 erklärte der Indische Ärzteverband, dass die Anklagen gegen Desai fallen gelassen wurden. Damit war der Weg frei für eine erneute Kandidatur. Heike Korzilius

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