ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2016Effekte hausarztzentrierter Versorgung

MEDIZIN: Originalarbeit

Effekte hausarztzentrierter Versorgung

Eine Fall­kontroll­studie mit Routinedaten

The Impact of GP-centered healthcare — a case–control study based on insurance claims data

Dtsch Arztebl Int 2016; 113(47): 791-8; DOI: 10.3238/arztebl.2016.0791

Freytag, Antje; Biermann, Janine; Ochs, Andreas; Lux, Gerald; Lehmann, Thomas; Ziegler, Jana; Schulz, Sven; Wensing, Michel; Wasem, Jürgen; Gensichen, Jochen

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Hintergrund: Die hausarztzentrierte Versorgung (HzV) soll die Rolle von Hausärzten in Deutschland stärken und die Qualität der Versorgung verbessern. Ziel dieser Studie war die Evaluation der Effekte des seit 2011 bestehenden HzV-Programms der AOK PLUS in Thüringen hinsichtlich Versorgungskosten, Versorgungskoordination und Pharmakotherapie.

Methode: Es wurde eine retrospektive Fall­kontroll­studie auf der Basis von Routineabrechnungsdaten durchgeführt. Verglichen wurden Daten aus einem jeweils 18-monatigen Zeitraum vor und nach Beginn des HzV-Programms. Ein Matching von Interventions(HzV)- und Kontrollgruppe wurde mittels Propensity Scores durchgeführt.

Ergebnisse: Eingeschlossen wurden 40 298 Teilnehmer im Alter von durchschnittlich 64,8 Jahren, die für mindestens 18 Monate (Juli 2011 bis Dezember 2012) im HzV-Programm eingeschrieben waren. Für die direkten Gesamtkosten (primäre Outcome-Größe) zeigte sich kein signifikanter Unterschied zwischen Interventions- und Kontrollgruppe. Im Rahmen der sekundären Outcomes war in der HzV-Gruppe ein deutlicher Anstieg der Hausarztkontakte (+47,4 %; p < 0,001) zu verzeichnen. Es gab weniger Patienten, die mehr als einen Hausarzt konsultierten (−41,4 %; p < 0,001), und weniger Facharztkontakte ohne Überweisung (−5,8 %; p < 0,001). Die Teilnahme an Disease-Managment-Programmen (DMPs) stieg um 17,7 % (p < 0,001), Hausbesuche durch Hausärzte nahmen um 5,0 % zu (p < 0,001), Facharztkontakte um 4,1 % (p < 0,01) und Krankenhausfälle um 4,3 % (p = 0,006). Die Arzneimittelkosten konnten um 3,9 % (p < 0,001) gesenkt werden.

Schlussfolgerung: Das Programm erreicht keine Einsparungen bei den direkten Gesamtkosten, kann aber möglicherweise eine intensivere und besser koordinierte Gesundheitsversorgung für ältere, chronisch kranke, multimorbide Patienten fördern. Künftige Evaluationen sollten Langzeiteffekte auch unter Berücksichtigung klinischer Parameter auswerten.

LNSLNS

Bereits vor mehr als zehn Jahren zeigte ein umfassender Literaturreview, dass primärmedizinisch orientierte Gesundheitssysteme höhere Qualität und Kosteneffektivität aufweisen (1, 2). Seither wurden in zahlreichen Gesundheitssystemen verschiedene Maßnahmen zur Stärkung der Primärmedizin etabliert – so zum Beispiel leistungsorientiert umgestaltete Vergütungssysteme für Hausärzte, das „Medical Home“ sowie kollaborative Versorgungsmodelle (35). In Deutschland rückte die Primärmedizin im Jahr 2004 mit Inkrafttreten des GKV-Gesundheitsmodernisierungsgesetzes (GMG) und der damit verbundenen Unterstützung hausarztzentrierter Versorgungsprogramme (HzV) in den gesundheitspolitischen Fokus (6). Diese Programme sahen in der Hausarztzentrierung das Kernelement gemeindenaher Versorgung, insbesondere für die zunehmende Zahl chronisch Kranker (79). Die Erfolgsfaktoren einer verbesserten Primärversorgung wurden kürzlich von Bodenheimer et al. eingängig zusammengestellt (10) und umfassen: entschlossene Führung, datengestützte Verbesserungsprozesse, teambasierte, ganzheitliche und gut zugängliche Versorgung, Kontinuität und Koordination.

Unter Beibehaltung des generellen Prinzips der freien Arztwahl konnten die Krankenkassen seit 2004 HzV-Verträge anbieten. Seit 2007 besteht die Verpflichtung dazu. Hausarztpraxen werden über finanzielle Anreize zur Teilnahme bewegt. Teilnehmende Patienten verpflichten sich, einen einzigen Hausarzt als ihren Primärarzt zu wählen und Spezialisten nur nach vorheriger hausärztlicher Konsultation in Anspruch zu nehmen. Mehr als 75 solcher Programme mit mehr als 16 000 teilnehmenden Hausärzten und 3,7 Millionen Patienten gibt es inzwischen in Deutschland (11). In Thüringen bietet die AOK PLUS als große regionale Krankenkasse mit einem Marktanteil von 41 % seit 2011 ein solches HzV-Programm an. Die Studie diente der Evaluation dieses Programms hinsichtlich Versorgungskosten, Versorgungskoordination und Pharmakotherapie.

Methoden

Das Ethikvotum der lokalen Ethikkommission am Universitätsklinikum Jena wurde eingeholt (4058–04/14). Die Studie wurde prospektiv bei Current Controlled Trials: ISRCTN29418540 angemeldet. Design, Durchführung und Ergebnisbericht der Routinedatenanalyse basieren auf den Empfehlungen der Gute Praxis Sekundärdatenanalyse (GPS) (12) sowie dem STROBE-Statement (Strengthening the Reporting of Observational studies in Epidemiology) (13).

Daten und Studienpopulation

In einer retrospektiven Fall­kontroll­studie wurden 80 596 Patienten im Alter von mindestens 18 Jahren über einen Zeitraum von 36 Monaten (01. 07. 2009 bis 31. 12. 2010, 01. 07. 2011 bis 31. 12. 2012) auf der Basis von Krankenkassenabrechnungsdaten beobachtet (Grafik).

Zeitrahmen für die Evaluationsstudie Q, Quartal
Zeitrahmen für die Evaluationsstudie Q, Quartal
Grafik
Zeitrahmen für die Evaluationsstudie Q, Quartal

Kontrollgruppe und Matching

Zu den 40 298 Patienten der Interventionsgruppe (IG) wurden ebenso viele Kontrollpatienten, die Regelversorgung erhielten, mittels Propensity Score Matching (PSM) gematcht, um eine möglichst merkmalsgleiche Kontrollgruppe (KG) zu bilden (Matching-Variablen siehe eKasten 2).

Matching-Variablen für die Kosten und die Inanspruchnahme-Parameter sowie für die Morbidität, basierend auf dem 18-monatigen Vorbeobachtungszeitraum
Matching-Variablen für die Kosten und die Inanspruchnahme-Parameter sowie für die Morbidität, basierend auf dem 18-monatigen Vorbeobachtungszeitraum
eKasten 2
Matching-Variablen für die Kosten und die Inanspruchnahme-Parameter sowie für die Morbidität, basierend auf dem 18-monatigen Vorbeobachtungszeitraum

Intervention

Das HzV-Programm stellt eine die vertragsärztliche Versorgung ergänzende Versorgungsform („add on“-Vertrag) dar. Für Hausärzte enthielt das Programm im Evaluationszeitraum folgende wesentlichen Vertragselemente:

  • verpflichtende Teilnahme an klinischen Qualitätszirkeln (3 pro Jahr, jeweils 2 Stunden, moderiert durch einen als Mentor ausgebildeten Hausarzt)
  • verpflichtende Nutzung eines spezifischen IT-Tools zur Unterstützung rationaler Pharmakotherapie
  • finanzielle Boni zur Förderung der Verordnung von Generika und Leitsubstanzen und zur Begrenzung des verordneten Arzneimittelvolumens
  • finanzielle Anreize zur Beschäftigung von Versorgungsassistenten in der Hausarztpraxis (VERAH). Diese durchlaufen eine dreijährige nebenberufliche Weiterbildung mit einem halben Tag Schule pro Woche und 200 zusätzlichen Lehreinheiten
  • eine Quartalspauschale je eingeschriebenem Patient (2 Euro/Quartal)
  • zusätzliche, an der Morbidität des Patienten orientierte Quartalspauschalen (6 Euro, 3 Euro und/oder 2 Euro pro Quartal).

Die finanziellen Anreize wurden zusätzlich zur regulären Vergütung hausärztlicher Leistungen gezahlt. Patienten, die sich verpflichten, Spezialisten nur nach Konsultation ihres primär versorgenden Hausarztes aufzusuchen, erhielten keine finanziellen Anreize.

Endpunkte

Die Unterschiede zwischen der Interventions- und der Kontrollgruppe wurden mittels vielzähliger Koordinations- und Effektivitätsmaße untersucht, die anhand von Routinedaten gemessen werden können und auf gesundheitsökonomischen und klinischen Überlegungen, früheren Evaluationen komplexer ambulanter Interventionen sowie Qualitätsindikatoren für die ambulante Versorgung basieren (14). Primärer Endpunkt waren die direkten Versorgungskosten aus Krankenkassenperspektive. Sekundäre Endpunkte waren einzelne Kostenparameter, Inanspruchnahme-Parameter, Versorgungskoordination und Pharmakotherapie.

Die Inanspruchnahme-Parameter bezogen sich auf hausärztliche und fachärztliche Versorgung (einschließlich Laborkosten und ambulantes Operieren), Arzneimittel (durch Ärzte verschrieben und in Apotheken abgegeben), stationäre Versorgung, Anschlussheilbehandlung, Rehabilitation, Heilmittel, Hilfsmittel und häusliche Krankenpflege.

Die Parameter der Versorgungskoordination beinhalteten Patienten, die mehr als einen Hausarzt aufsuchen, fachärztliche Kontakte ohne Überweisung, konsultierte Facharztgruppen, Hausbesuche durch den Hausarzt, Teilnahme an Disease-Management-Programmen (DMPs), Vorsorgeuntersuchungen, stationäre Notfallbehandlungen und die Veränderung von Pflegestufen.

Pharmakotherapeutische Parameter waren Arzneimittelverordnungen, verordnete Wirkstoffe und Patienten, die mehr als fünf verschiedene Wirkstoffe einnahmen.

Datenauswertung

Für Fälle und Kontrollen wurden die Unterschiede in den Outcome-Parametern zwischen Vorbeobachtungszeitraum vor Einschreibung in das HzV-Programm (t1) und Nachbeobachtungszeitraum (t2) unter Anwendung der Difference-in-Difference(DiD)-Methode untersucht.

Detailliertere Informationen zu den Methoden finden sich im eKasten 1.

Methoden
Methoden
eKasten 1
Methoden

Ergebnisse

Population

Die 40 298 HzV-Teilnehmer (IG) waren erheblich älter als die 322 732 Nicht-Teilnehmer (Nicht-IG) (64,8 versus 56,9 Jahre), aus denen später die Kontrollgruppe (KG) gematcht wurde. Hohe Altersklassen waren häufiger besetzt (linksschiefe Verteilung: 25 % älter als 77 Jahre; Kurtosis 0,067). Der Anteil männlicher Patienten war geringer (40,9 % versus 45,4 %); zudem waren die an der HzV teilnehmenden Patienten kränker beziehungsweise wiesen – gemessen anhand eines im Rahmen des morbiditätsorientierten Risiko­struk­tur­aus­gleichs in Deutschland verwendeten Morbiditätsgewichts – eine höhere Morbidität (1,903 versus 1,348) auf und nahmen deutlich häufiger an Disease-Management-Programmen (DMPs) teil. Nach dem Matching zeigten sich keine statistisch signifikanten Unterschiede im Propensity Score zwischen der Interventions- und der Kontrollgruppe. Tabelle 1 zeigt die Charakteristika der an der HzV teilnehmenden Patienten im Vergleich zu den Nicht-Teilnehmern.

Studienpopulation: Charakteristika der an der hausarztzentrierten Versorgung teilnehmenden Patienten
Studienpopulation: Charakteristika der an der hausarztzentrierten Versorgung teilnehmenden Patienten
Tabelle 1
Studienpopulation: Charakteristika der an der hausarztzentrierten Versorgung teilnehmenden Patienten

Versorgungskosten

Bei den direkten Versorgungskosten als primärem Endpunkt ergab sich zwischen HzV-Teilnehmern und ihren Kontrollen kein signifikanter Unterschied (Tabelle 2). In der Interventionsgruppe stiegen die durchschnittlichen direkten Gesamtkosten von 4 785 Euro im Vorbeobachtungszeitraum t1 auf 5 439 Euro im Nachbeobachtungszeitraum t2. Für die KG stiegen die Kosten ebenfalls von 4 886 Euro in t1 auf 5 457 Euro in t2 an. Der HzV-Effekt in Höhe von +83 Euro ([−48; 215]; p = 0,215) war jedoch nicht signifikant. Innerhalb der direkten Versorgungskosten waren folgende signifikanten Unterschiede festzustellen: Kosten für die hausärztliche Behandlung +27 Euro ([25; 30]; p < 0,001), Kosten für die fachärztliche Behandlung +22 Euro ([1,3; 43]; p = 0,0385) und Arzneimittelkosten −44 Euro ([−74; −13]; p = 0,001).

Vergleich der Versorgungskosten
Vergleich der Versorgungskosten
Tabelle 2
Vergleich der Versorgungskosten

Leistungsinanspruchnahme

Die Zahl der Hausarztkonsultationen erhöhte sich in der Interventionsgruppe deutlich um +47,4 % (mittlere Differenz [MD]: 3,7; [3,6; 3,7]; p < 0,001), siehe Tabelle 3. Die Zahl der Facharztkonsultationen blieb in der IG annähernd konstant, sank jedoch in der Kontrollgruppe. Weitere Analysen zeigten, dass der damit verbundene DiD-Effekt (+4,1 %; MD: 0,5 [0,4; 0,6]; p < 0,001) hauptsächlich auf vermehrt hausärztlich veranlasste Laboruntersuchungen und Augenarztbesuche sowie einen geringeren Rückgang bei den Fallzahlen in bildgebender Diagnostik in der IG zurückgeht. Die stationären Krankenhausfälle stiegen in der Interventionsgruppe um 4,3 % (MD: 0,03 [0,01; 0,06]; p = 0,006). Dies gilt insbesondere für die teilstationäre, aber auch für die vollstationäre Versorgung.

Vergleich der sekundären Endpunkte
Vergleich der sekundären Endpunkte
Tabelle 3
Vergleich der sekundären Endpunkte

Versorgungskoordination

Die Zahl der Patienten, die mehr als einen Hausarzt kontaktierten, sank in der IG und stieg in der KG (Tabelle 4). Der HzV-Effekt betrug −41,4 % (Odds Ratio [OR]: 0,59 [0,56; 0,61]; p < 0,001). Beim Anteil der fachärztlichen Behandlungsfälle, für die keine Überweisung des Patienten vorlag, war in der IG ein geringerer Anstieg als in der KG zu verzeichnen (−5,8 %; MD: −0,92 [−1,27; −0,57]; p < 0,001). Die Zahl der durch den Hausarzt durchgeführten Hausbesuche stieg in der IG stärker als in der KG (+5,0 %; MD: 0,08 [0,04; 0,13]; p < 0,001). Die HzV-Teilnehmer wurden häufiger in DMPs eingeschrieben (+17,7 %; MD: 0,07 [0,06; 0,07]; p < 0,001) als die Teilnehmer der KG, bei denen sich sogar ein Rückgang zeigte. Im Vorbeobachtungszeitraum t1 war der Anteil der Früherkennungs- und Vorsorgeuntersuchungen von eingeschriebenen Patienten deutlich höher als in der KG. Im Nachbeobachtungszeitraum sank die Zahl dieser Untersuchungen in der IG stärker mit −3,5 % (MD: −0,016 [−0,024; −0,008]; p < 0,001).

Vergleich der sekundären Endpunkte
Vergleich der sekundären Endpunkte
Tabelle 4
Vergleich der sekundären Endpunkte

Zum Einsatz von VERAH in der IG standen folgende Daten zur Verfügung: 23,2 % der Hausärzte stellten mindestens eine nichtärztliche Praxisassistenz ein. Versorgungsassistenzen wurden häufiger in Gemeinschaftspraxen und in Praxen im ländlichen Raum eingesetzt. Insgesamt betrug die Zahl der durch VERAHs durchgeführten Hausbesuche 7 107. Dies entspricht im Nachbeobachtungszeitraum t2 10,8 % aller durchgeführten Hausbesuche in der IG.

Pharmakotherapie

In beiden Gruppen nahmen die Zahl der Arzneimittelverordnungen sowie die Zahl der unterschiedlichen ärztlich verordneten Wirkstoffe zu. In der IG war die Zunahme etwas höher (+0,7 %; MD: 0,057 [0,004; 0,110]; p = 0,035; Tabelle 5). Ein größerer Effekt wurde beim Anteil der Patienten mit fünf oder mehr hausärztlich verordneten Wirkstoffen beobachtet (über einen Zeitraum von jeweils 18 Monaten): +15 % (OR: 1,15 [1,11; 1,19]; p < 0,001).

Vergleich der sekundären Endpunkte
Vergleich der sekundären Endpunkte
Tabelle 5
Vergleich der sekundären Endpunkte

Diskussion

Entgegen der prospektiven Hypothese der Studie weisen die Ergebnisse nicht auf eine Reduktion der direkten Gesamtkosten im evaluierten HzV-Programm hin. Vielmehr waren Kostensteigerungen für die hausärztliche und fachärztliche Versorgung zu verzeichnen, wohingegen im Bereich der Arzneimittelkosten Einsparungen nachweisbar waren. Insgesamt konnte eine Intensivierung der hausärztlichen Betreuung für die 40 298 HzV-Teilnehmer festgestellt werden, bei denen es sich vor allem um ältere (Durchschnittsalter 65 Jahre) und multimorbide Patienten mit chronischen Erkrankungen handelte. Die intensivierte Betreuung spiegelt sich in der großen Zahl an Hausarztbesuchen, einer höheren Zahl an Facharztkonsultationen (verursacht durch vermehrt ausgelöste Laboruntersuchungen, Augenarztkonsultationen und einen geringeren Rückgang bei den Fallzahlen in bildgebender Diagnostik), mehr Hausbesuchen und mehr DMP-Teilnahmen wider.

Wir hätten eine geringere Zahl an stationären Notfallbehandlungen und zumindest keine Steigerung in der Zahl der Krankenhausfälle erwartet, was jedoch nicht gezeigt werden konnte. Die vorliegenden Daten liefern an dieser Stelle keine Erklärungsmöglichkeit. Zusätzliche Einschreibungen von teilnehmenden Patienten in andere strukturierte Versorgungsprogramme wie DMPs können möglicherweise einen Teil des größeren Versorgungsumfangs in der IG erklären. Die höhere Zahl an Früherkennungs- und Vorsorgeuntersuchungen bei den Teilnehmern vor (und nach) Programmeinführung spiegelt vermutlich einen Selektionseffekt wider.

Der höhere Anstieg des Anteils der Patienten mit fünf oder mehr unterschiedlichen Wirkstoffen in der IG ging mit einem gleichen Zuwachs der Zahl der Verordnungen einher. Da diese Beobachtungen nicht auf einen Anstieg in der Multimedikation hindeuten, sprechen sie eher für eine Medikamentenumstellung.

Die beobachteten Effekte können hauptsächlich auf die finanziellen Anreize zurückgeführt werden, die den Hausarztpraxen von Beginn an gegeben waren. Dies gilt besonders für die morbiditätsorientierten Pauschalen, welche explizit für chronisch multimorbide Patienten (Großteil der eingeschriebenen Patienten) vorgesehen waren. Diese profitieren von der kontinuierlichen und koordinierten Gesundheitsversorgung. Der Bonus für kosteneffiziente Pharmakotherapie und die IT-basierte Unterstützung der Pharmakotherapie (wenn implementiert) könnten Kosteneinsparungen bei den Arzneimittelverordnungen sowie die vermuteten Medikamentenumstellungen bewirkt haben. Es ist anzunehmen, dass der vermehrten Teilnahme an Qualitätszirkeln auch ein gewisser Einfluss zukommt. In diesen Arbeitsgruppen diskutieren die teilnehmenden Hausärzte unter Leitung eines trainierten Moderators therapeutische Fragen auf Basis echter Daten und Patientenbeispiele, um konkrete Optimierungspotenziale zu erfassen. Neben den expliziten Bestandteilen des Programms wäre es möglich, dass auch implizite Mechanismen die beobachteten Änderungen in der Versorgung unterstützt haben. Dazu zählen eine verbesserte Adhärenz der Patienten in Bezug auf eine intensivere Überwachung von Symptomen, eine verbesserte Medikationsplanung, die es dem Hausarzt erleichtert, die notwendige weitere Diagnostik und Therapie zu erkennen, genauso wie Anstrengungen, die Kosteneffektivität der Arzneimittelverordnung des Patienten zu verbessern.

Die geringe Zahl der Patienten in der IG, die mehr als einen Hausarzt konsultiert haben, wird als Indikator für die hohe Akzeptanz des HzV-Hausarztes als Versorgungskoordinator angesehen. Der geringere Anstieg in der Rate der Facharztbesuche ohne Überweisung weist darauf hin, dass die Lotsenfunktion des Hausarztes für HzV-Teilnehmer deutlicher zum Tragen kommt als in der Regelversorgung. Das geringe Effektmaß geht möglicherweise auf die allgemeine Praxisgebühr von 10 Euro zurück, die Patienten für ambulante Facharztkonsultation ohne Überweisung zahlen mussten – eine Regelung, die unabhängig von der HzV während des gesamten Evaluationszeitraumes in Kraft war. Insgesamt wurde die Versorgungskoordination anhand von 8 Outcome-Parametern bewertet, von denen sich 4 verbessert haben, 3 keine Veränderung zeigten und 1 auf einen Selektionseffekt hinwies.

Limitationen

Trotz eines erfolgreich durchgeführten PSM können systematische Unterschiede zwischen den Gruppen bestehen, die mittels der Matching-Parameter nicht abbildbar waren, wie beispielsweise die Motivation von Ärzten und Patienten. Die Programmkosten wurden nicht berücksichtigt (finanzielle Anreize, die den Hausärzten „add on“ gezahlt wurden), auch nicht Zahlungen, die die AOK PLUS aus dem morbiditätsorientierten Risiko­struk­tur­aus­gleich erhalten hat. In einer Schätzung der minimalen und maximalen Zusatzvergütung der teilnehmenden Hausärzte wurde eine statistisch nicht signifikante mittlere Differenz bei den direkten Versorgungskosten von 50–81 Euro ermittelt. Die Studie basierte auf Routinedaten, die für nichtwissenschaftliche Zwecke erhoben wurden, so dass die Verfügbarkeit klinischer und personenbezogener Daten eingeschränkt war (15). Nicht alle der anhand der Routinedaten abgebildeten Parameter (Beispiel: abgerechnete Behandlungsfälle) eignen sich zur exakten Darstellung des Versorgungsgeschehens. Wir gehen aber davon aus, dass der Vergleich zwischen den einzelnen Studienarmen dadurch nicht beeinträchtigt ist.

Generalisierbarkeit

Internationale Ansätze sogenannter „enhanced primary care“ betonen, wie wichtig eine kontinuierliche und individualisierte Versorgung durch den Hausarzt in Kooperation mit nichtmedizinischen Gesundheitsfachkräften ist (8). Es wird angenommen, dass die Kontinuität der Arzt-Patient-Beziehung, die ebenso grundlegend für das Konzept der „Medical Homes“ (16, 17) ist, positive Outcomes erzielt. Dieser Aspekt wird auch bei der hausarztzentrierten Versorgung in Deutschland gestärkt, beispielhaft im HzV-Programm der AOK PLUS in Thüringen.

Vergleiche mit Programmen ähnlicher Zielsetzung, aber größerer Komplexität, wie zum Beispiel Kombinationen verschiedener Vergütungsformen, die auch Pay-for-Performance-Elemente (18) beinhalten, sind nicht zielführend. Stattdessen ist hier ein Vergleich mit dem „Medical Home“-Ansatz in Belgien, der Kopfpauschalen sowie kollaborative Versorgungselemente beinhaltet, angebracht. Die Autoren kamen zu ähnlichen Ergebnissen, wie verstärkte Aktivitäten in der Versorgung, ohne dabei jedoch Kostensteigerungen festzustellen (19, 20). Sie weisen darauf hin, dass sich die Qualität der Versorgung insbesondere in spezifischen Bevölkerungsgruppen verbessert. Ein Beispiel hierfür sind Patienten mit Diabetes mellitus, die nicht explizit im Fokus des Programms stehen (20). Es ist daher auch von Interesse, die Effekte des Thüringer Programms für Patientengruppen mit erhöhtem Bedarf an verstärktem Monitoring und Versorgungskoordination zu messen.

Unsere Analyse ist die erste in Deutschland, die den Effekt eines HzV-Programms auf die direkten Gesamtkosten bestimmt. Eine Evaluationsstudie der AOK Baden-Württemberg (21, 22), die im Jahr 2008 startete und für die Daten aus den Jahren 2010 und 2012 verfügbar waren, erzielte folgende Ergebnisse: mehr Hausarztbesuche, weniger Facharztkonsultationen ohne Überweisung, geringere Arzneimittelkosten, weniger Multimedikation (nur im Jahr 2010), weniger Kranken­haus­auf­enthalte (nur im Jahr 2012). Diese Ergebnisse unterscheiden sich von denen der vorliegenden Studie in Bezug auf Kranken­haus­auf­enthalte und Multimedikation. Die Vergleichbarkeit ist jedoch aufgrund der längeren Dauer und der stärkeren Interventionsintensität des HzV-Programms in Baden-Württemberg (Vollvertrag), regionaler Unterschiede in der sektorspezifischen Versorgung sowie methodischer Unterschiede hinsichtlich der Berücksichtigung des Selektionsfehlers (22) eingeschränkt.

Danksagung

Wir danken der AOK PLUS – Die Gesundheitskasse für Sachsen und Thüringen – für die Finanzierung der Studie, den Gutachtern für die eingehende Prüfung des Manuskripts und Dr. med. Florian Wolf für wertvolle Hinweise.

Interessenkonflikt

Prof. Gensichen und Prof. Wasem erhielten finanzielle Unterstützung (Drittmittel) der AOK PLUS zur Durchführung der Untersuchung.

Dr. Schulz und Prof. Gensichen sind Hausärzte.

Die übrigen Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 22. 2. 2016, revidierte Fassung angenommen: 17. 8. 2016

Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. med. Dipl.-Päd. Jochen Gensichen MPH
Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München
Pettenkoferstraße 8a/10
80336 München
jochen.gensichen@med.uni-muenchen.de

Zitierweise
Freytag A, Biermann J, Ochs A, Lux G, Lehmann T, Ziegler J, Schulz S, Wensing M, Wasem J, Gensichen J: The Impact of GP-centered healthcare—
a case–control study based on insurance claims data. Dtsch Arztebl Int 2016; 113: 791–8. DOI: 10.3238/arztebl.2016.0791

@The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de

Zusatzmaterial
eKästen:
www.aerzteblatt.de/16m0791 oder über QR-Code

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*Die Autorinnen teilen sich die Erstautorenschaft.
Institut für Allgemeinmedizin, Universitätsklinik Jena: Dr. rer. pol. Freytag, Dr. med. Schulz,
Prof. Dr. Wensing MSc, Prof. Dr. med. Dipl.-Päd. Gensichen MPH
Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München: Prof. Dr. med. Dipl.-Päd. Gensichen MPH
Lehrstuhl für Medizinmanagement, Universität Duisburg-Essen, Campus Essen: Dr. rer. medic. Biermann, Andreas Ochs MSc, Prof. Dr. rer. medic. Lux, Prof. Dr. rer. pol. Wasem
Institut für Medizinische Statistik, Informatik und Dokumentation (IMSID), Universitätsklinikum Jena:
Dr. rer. pol. Lehmann, Jana Ziegler
Institut für Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Universitätsklinikum Heidelberg:
Prof. Dr. Wensing MSc
Zeitrahmen für die Evaluationsstudie Q, Quartal
Zeitrahmen für die Evaluationsstudie Q, Quartal
Grafik
Zeitrahmen für die Evaluationsstudie Q, Quartal
Studienpopulation: Charakteristika der an der hausarztzentrierten Versorgung teilnehmenden Patienten
Studienpopulation: Charakteristika der an der hausarztzentrierten Versorgung teilnehmenden Patienten
Tabelle 1
Studienpopulation: Charakteristika der an der hausarztzentrierten Versorgung teilnehmenden Patienten
Vergleich der Versorgungskosten
Vergleich der Versorgungskosten
Tabelle 2
Vergleich der Versorgungskosten
Vergleich der sekundären Endpunkte
Vergleich der sekundären Endpunkte
Tabelle 3
Vergleich der sekundären Endpunkte
Vergleich der sekundären Endpunkte
Vergleich der sekundären Endpunkte
Tabelle 4
Vergleich der sekundären Endpunkte
Vergleich der sekundären Endpunkte
Vergleich der sekundären Endpunkte
Tabelle 5
Vergleich der sekundären Endpunkte
Methoden
Methoden
eKasten 1
Methoden
Matching-Variablen für die Kosten und die Inanspruchnahme-Parameter sowie für die Morbidität, basierend auf dem 18-monatigen Vorbeobachtungszeitraum
Matching-Variablen für die Kosten und die Inanspruchnahme-Parameter sowie für die Morbidität, basierend auf dem 18-monatigen Vorbeobachtungszeitraum
eKasten 2
Matching-Variablen für die Kosten und die Inanspruchnahme-Parameter sowie für die Morbidität, basierend auf dem 18-monatigen Vorbeobachtungszeitraum
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    Hector, Robert
  • Schlusswort
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    Freytag, Antje; Biermann, Janine; Gensichen, Jochen

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