ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2016Papilläre Fibroelastomen an allen drei Aortenklappentaschen

MEDIZIN: Der klinische Schnappschuss

Papilläre Fibroelastomen an allen drei Aortenklappentaschen

Papillary fibroelastomas on all three aortic valve leaflets

Dtsch Arztebl Int 2016; 113(47): 808; DOI: 10.3238/arztebl.2012.0808

Barth, Sebastian; Kerber, Sebastian; Urbanski, Paul

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Eine 74-jährige Patientin stellte sich wegen unspezifischer kardialer Beschwerden stationär vor. Laborchemisch lagen die Entzündungsparameter im Normbereich (Leukozyten 7,0, CRP 1,14 mg/dL). In der transösophagealen Echokardiographieuntersuchung zeigten sich flottierende Strukturen an allen drei Aortenklappentaschen. Unter der Verdachtsdiagnose einer Endokarditis wurde trotz negativem Keimnachweis in den Blutkulturen mit einer antibiotischen Therapie mit Ampicillin (12 g/Tag in sechs Einzeldosen) und Aminoglykosid (240 mg/Tag in drei Einzeldosen) begonnen und über vier Wochen fortgeführt. Da es darunter zu keinem Rückgang der vorbeschriebenen Strukturen kam, wurden diese schließlich operativ entfernt. Histopathologisch handelte es sich dabei in allen drei Fällen um ein papilläres Fibroelastom. In der Literatur wird die Inzidenz von Fibroelastomen mit unter 10 % von allen Herztumoren angegeben. Dieser Fall zeigt, dass bei Nachweis von flottierenden Strukturen an den Herzklappen neben einer Endokarditis immer auch ein multilokulär auftretendes Fibroelastom als Differenzialdiagnose in Betracht gezogen werden sollte, insbesondere wenn eine Endokarditis nach den Kriterien der Duke-University aufgrund zu weniger Haupt- und Nebenkriterien unwahrscheinlich erscheint.

Intraoperative transösophageale Echokardiographie bei 130°. Links: Nachweis einer aortenklappenanhaftenden flottierenden Struktur; rechts: operativer Situs: Fibroelastom des akoronaren Aortenklappentaschenrands
Intraoperative transösophageale Echokardiographie bei 130°. Links: Nachweis einer aortenklappenanhaftenden flottierenden Struktur; rechts: operativer Situs: Fibroelastom des akoronaren Aortenklappentaschenrands
Abbildung
Intraoperative transösophageale Echokardiographie bei 130°. Links: Nachweis einer aortenklappenanhaftenden flottierenden Struktur; rechts: operativer Situs: Fibroelastom des akoronaren Aortenklappentaschenrands

Dr. med. Sebastian Barth, Prof. Dr. med. Sebastian Kerber, Fachbereich Kardiologie I, Herz- und Gefäßklinik Bad Neustadt an der Saale.
sebastian.barth@kardiologie-bad-neustadt.de

Prof. Dr. med. Paul Urbanski, Fachbereich Herzchirurgie, Herz- und Gefäßklinik Bad Neustadt an der Saale

Interessenkonflikt
Die Autoren erklären, dass keine Interessenkonflikt besteht.

Zitierweise
Barth S, Kerber S, Urbanski P: Papillary fibroelastomas on all three aortic valve leaflets.
Dtsch Arztebl Int 2016; 113: DOI: 10.3238/arztebl.2012.0808

@The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de

Intraoperative transösophageale Echokardiographie bei 130°. Links: Nachweis einer aortenklappenanhaftenden flottierenden Struktur; rechts: operativer Situs: Fibroelastom des akoronaren Aortenklappentaschenrands
Intraoperative transösophageale Echokardiographie bei 130°. Links: Nachweis einer aortenklappenanhaftenden flottierenden Struktur; rechts: operativer Situs: Fibroelastom des akoronaren Aortenklappentaschenrands
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Intraoperative transösophageale Echokardiographie bei 130°. Links: Nachweis einer aortenklappenanhaftenden flottierenden Struktur; rechts: operativer Situs: Fibroelastom des akoronaren Aortenklappentaschenrands

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