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Kai Simons: Grundlagenforscher aus dem hohen Norden

Dtsch Arztebl 2016; 113(47): A-2171 / B-1795 / C-1771

Richter-Kuhlmann, Eva

Kai Simons, Foto: privat
Kai Simons, Foto: privat

Sein Lebensweg führte ihn vor etwa 40 Jahren von Finnland über die USA nach Deutschland, wo er in Dresden das Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik aufbaute. Das wissenschaftliche Lebensthema von Prof. Dr. med. Kai Simons ist die Zusammensetzung, Organisation und Funktion von Lipidmembranen. Und für dieses zeichnete ihn die Robert-Koch-Stiftung in diesem Jahr auch mit der Robert-Koch-Medaille in Gold aus – überreicht Anfang November in Berlin von Annette Widmann-Mauz (CDU), Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Gesundheit.

Kai Simons studierte Medizin in Helsinki und wandte sich der Biochemie zu, ohne die medizinischen Bezüge aus den Augen zu verlieren. 1975 rief er zunächst in Heidelberg das Zellbiologieprogramm ins Leben, das sich zum zentralen Bezugspunkt der molekularen Zellbiologie in Europa entwickelte. Am Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden leistete er ab 2001 Pionierarbeit: Er entwickelte das Konzept der Lipid Rafts als Organisationsprinzip der Zellmembran, basierend auf den phasentrennenden Eigenschaften von Sphingolipiden und Cholesterin. Sein Verdienst ist es, die große Funktionsvielfalt der Zellmembran sowie neue Ansatzpunkte für Therapien deutlich gemacht zu haben. Auch seine skandinavischen Wurzeln werden bei dem Konzept sichtbar: Die inselartigen Strukturen in der Lipid-Doppelschicht der Zellmembran erinnerten ihn an Flöße aus Baumstämmen der finnischen Holzarbeiter. Er nannte sie daher „Lipid Rafts“.

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Dr. med. Eva Richter-Kuhlmann

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