ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2016„Höhere Kompetenzen für interdisziplinäres Arbeiten“

ÄRZTESTELLEN: Nachgefragt

„Höhere Kompetenzen für interdisziplinäres Arbeiten“

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Interview mit Dr. rer. nat. Ingo Leisten M. A., Leiter Personalentwicklung des Universitätsklinikums RWTH Aachen

Dr. rer. nat. Ingo Leisten M. A., Foto: RWTH
Dr. rer. nat. Ingo Leisten M. A.,
Foto: RWTH

Herr Dr. Leisten, wo sehen Sie in der Personalentwicklung aktuell den größten Handlungsbedarf?

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Im Klinikalltag gewinnt das Thema Interprofessionalität immer mehr an Bedeutung. Die zunehmende Alterung der Bevölkerung, steigende Fallzahlen und Multimorbidität erfordern eine engere Kooperation zwischen Ärzten und anderen Berufsgruppen unterschiedlicher Abteilungen und Kliniken.

Was meinen Sie damit konkret?

Die klassische Aufgabenverteilung, dass grundsätzlich approbierte Ärzte kurative Maßnahmen erbringen und stets die Gesamtverantwortung tragen, während die anderen Mitarbeiter unterstützend tätig sind, ist in einem Haus der Supramaximalversorgung mit 34 Fachkliniken und 25 Instituten so gar nicht mehr möglich. War früher der Arzt meist der einzige Akademiker in der Klinikleitung, so haben sich inzwischen die hierarchischen Verhältnisse verändert.

Und was hat das zur Folge?

Letztendlich werden die Behandlungsprozesse immer stärker modularisiert und an die Bedürfnisse der Patienten angepasst. Dies verlangt den Mitarbeitern eine breitere fachliche Ausbildung ab, für höhere Kompetenzen in der interdisziplinären Zusammenarbeit. Dabei ist mir eines besonders wichtig: Multiprofessionelle Qualität setzt fachliche Expertise voraus. Beides schließt sich also nicht aus, sondern setzt sich gegenseitig voraus.

Wie fördern Sie diese interprofessionellen Kompetenzen?

Mit einer Kombination aus professionsspezifischen und -übergreifenden Fortbildungen, so dass die Mitarbeiter auch in Lernsituationen die typischen heterogenen Arbeitskonstellationen erfahren. Denn professionsübergreifendes Arbeiten erfordert nicht nur organisatorische Kompetenzen wie gemeinsame Prozesse und Strukturen, sondern auch soziale Kompetenzen wie Kommunikation und Konfliktfähigkeit. Für die nahe Zukunft planen wir explizit für Führungskräfte eine weitere Fortbildung zum Thema multiprofessionelle Entwicklung.

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